Burg-Gymnasium
Bad Bentheim

Projektbericht Herr Brüggemann

Lernen in der VUCA-Welt oder „Wie sollte Bildung in einer dynamischen Welt organisiert sein?"

Vom 02. – 06.12.2019 fand im flämischen Brügge die von der Eekhout Academy organisierte und von den beiden erstklassigen und vor Motivation sprühenden Moderatoren, Wim Simoens und Peter van der Mortel, geleitete Erasmus+-Fortbildung „Innovation at school: inclusion, autonomy and flexibility" statt. Die Teilnehmer/innen aus Portugal, Frankreich, Italien und Deutschland erlebten in dieser intensiven und spannenden Woche hautnah, welche Rolle Innovationen im Bereich der Bildung spielen bzw. spielen sollten.
Um das ambitionierte Kursprogramm zu entlasten, wurden alle Teilnehmer/innen schon im Vorfeld zu ihren Erfahrungen bzgl. des Kursthemas befragt. Eine theoretische Einführung fand direkt am ersten Tag statt: Am Beispiel des flämischen Schulsystems, das übrigens sehr viele Freiheiten erlaubt und dadurch sehr vielfältig ist, wurde klar, welche Möglichkeiten (aber auch welche Grenzen) hinsichtlich Innovationen bestehen.
Um dies zu verdeutlichen besuchten wir in den folgenden Tagen verschiedene Schulen, die allesamt Leuchttürme der Innovation im Bildungsbereich darstellen. Am zweiten Kurstag hatten wir einen kurzen Reiseweg. Ziel war das VTI Brügge, eine weiterführende Schule für Wissenschaft und Technik. Dort konnten wir einer Technikstunde folgen. Die 10 vierzehnjährigen Schülerinnen und Schüler sollten, beraten von zwei Lehrkräften, ein Gerät entwickeln, in dem ein Getränk erhitzt werden kann. Die Schüler diskutierten, wie sie das Problem lösen konnten, zeichneten Pläne und ließen dann die ihrer Meinung nach benötigten Teile von einem 3D-Drucker ausdrucken. Das Zusammensetzen der Teile konnten wir leider nicht mehr beobachten, dennoch war es beeindruckend, mit welchem Interesse die Kinder sich dem Problem widmeten und welche große Rolle Autonomie im Motivationsprozess der Schüler und Lehrkräfte spielen kann. Auch wurden die Kursteilnehmer in die sogenannte VUCA-Welt eingeführt. VUCA ist ein Akronym und bezieht sich auf die Begriffe Volatility (Unbeständigkeit), Uncertainty (Unsicherheit), Complexitiy (Komplexität) und Ambiguity (Mehrdeutigkeit). Aufgrund von u.a. modernen Medien und gestiegener Mobilität leben wir in einer instabilen, wechselhaften und oft mehrdeutigen Welt. Dies gelte auch für die Schule und den Unterricht und so müsse entsprechend der Dynamik und der steigenden Geschwindigkeit der Veränderungen auch gehandelt werden: Jede Handlung im Bildungsbereich müsse hinterfragt werden und anstelle des „Was?" (z.B. Unterrichtsinhalte) oder „Wie?" (z.B. Methoden) sollte allein das „Warum?" (also die Sinnhaftigkeit) im Vordergrund stehen.
Am „kurzen Mittwoch" – in Flandern ist es an Bildungseinrichtungen üblich, dass mittwochs nur vormittags gearbeitet wird – folgte eine interessante Reihe an Vorträgen zum Thema „Führungswechsel hin zu Autonomie in sich selbstregulierenden Teams." Es wurde verdeutlicht, welche Rolle Schulleitung und Kollegium spielen kann, um das Leben in der VUCA-Welt zu vereinfachen. Dabei berichtete eine flämische Schulleiterin davon, dass die speziellen Talente und Fähigkeiten jeder Lehrkraft genutzt werden müssten und dadurch ein hohes Maß an Motivation und Eigeninitiative bei den Unterrichtenden erzielt werden könne.
Am vorletzten Tag besuchten wir drei verschiedene Schulen, die allesamt auf Autonomie in vielen Bereichen setzen. Ein Beispiel bildet das GO! Atheneum in Geraardsbergen, das auf dem Agora-Konzept basiert (Agora kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet Marktplatz). Die Organisation und Durchführung von Unterricht dieser Art war für alle Kursteilnehmer neu. Unterrichtet wurde in riesigen Räumen, z.T. waren drei ehemalige Klassenräume zusammengelegt. Im hinteren Teil des Raumes wurden Schüler bei Bedarf von ihren Fachlehrern instruiert, im vorderen Teil gab es mehrere Lerninseln für Gruppenarbeiten, aber auch ruhige und abgetrennte Bereiche für Einzelarbeit. Die Schülerinnen und Schüler konnten sich ihre Lerngruppen selbständig aussuchen, mussten allerdings stets ihre Wochenpläne vollständig bearbeiten. Die Aufgaben gab es in drei verschiedenen Niveaus, die jede Schülerin und jeder Schüler für jedes Fach bzw. für jeden Themenblock selbstständig einschätzen musste: Hero, Superhero und Powerhero. Gespräche mit den Schülern und auch mit verschiedenen Lehrkräften machten deutlich, dass die großen Freiheiten in den meisten Fällen für Motivation und Spaß sorgen, auch wenn sie hin und wieder zu Überforderung gerade von jüngeren Schülern führte und hier die Lehrkräfte einschreiten mussten.
Zum Abschluss wurde beispielhaft in Kleingruppen erarbeitet, wie die gesammelten Innovationen von einer Woche „Innovation at school" aufgegriffen und praktisch auf die Situation der eigenen Schule bzw. des eigenen Unterrichts angepasst werden können. Daraufhin machten sich die verschiedenen Lehrkräfte nach einer höchst faszinierenden Woche mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck und nicht ohne Wehmut auf ihre jeweiligen Heimwege.

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