Burg-Gymnasium
Bad Bentheim

Digitalisierungsprozess und GYOD-Modell am BGB

Der Einsatz von Medien findet an unserer Schule in unterschiedlichen Formen und in verschiedenen Unterrichtssituationen statt. Übergeordnetes Ziel, wie es auch unser Medienkonzept formuliert, ist es, die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler auf verschiedenen Ebenen zu stärken. Unsere Schülerinnen und Schüler erwerben so Kenntnisse, Einsichten, Fähigkeiten und Fertigkeiten, um den Herausforderungen in einer von digitalen Medien geprägten Welt gerecht zu werden.

Das Burg-Gymnasium möchte einen hochwertigen Unterricht etablieren, der individuell, transparent und schülerorientiert gestaltet ist. Dabei sollte der Einsatz digitaler Medien / digitaler Lernformen nicht zum Selbstzweck werden, sondern stets den Erfordernissen fachlicher Didaktik und Methodik untergeordnet sein und sich zudem an den Besonderheiten der Lerngruppe orientieren.

Als Schule möchten wir die Grundlage für die Schüler schaffen, sich später als selbstständige und mündige Bürger im gesellschaftlichen und beruflichen Leben zurechtfinden zu können. Dabei ist eine Schul- und Lernumgebung vonnöten, die der gesellschaftlichen Lebenswirklichkeit entspricht und dieser nicht nur hinterherhinkt, sondern die Schüler dazu befähigt, die moderne und digitale Lebenswelt zu meistern.

Aus diesem Grund haben wir uns Ende 2020 dazu entschieden, zum Schuljahr 2021/22 hin erste Pilotklassen mit elternfinanzierten Tablets im Rahmen eines GYOD-Modells auszustatten. Das heißt konkret: die Anschaffung einheitlicher Endgeräte (iPads), die durch die Eltern finanziert werden müssen. Bislang galt am Burg-Gymnasium das sog. BYOD-Modell: „Bring Your Own Device" – Kinder nutzen die Geräte, über die sie ohnehin verfügen. Das war ein pragmatischer Ansatz, um anfangen zu können und um gleichzeitig Ihnen als Eltern zusätzliche Kosten zu ersparen. Dieser Ansatz stößt aber immer mehr an seine Grenzen: technisch, rechtlich, pädagogisch. Dies gilt insbesondere für den Einsatz von Endgeräten in der Schule. Für einen zunehmenden sinnvollen Einsatz von Endgeräten in der Schule kommen wir nicht umhin, eine einheitlichere Ausstattung zu erreichen. Vor allem müssen Schülergeräte durch uns als Schule administriert werden können.


Um die Schulgemeinschaft umfassend über die damit verbundenen organisatorischen und inhaltlichen Fragen zu informieren, haben wir ein Video gedreht. Zudem finden Sie unten eine Reihe von Fragen als FAQ-Übersicht beantwortet. Das aktuelle Medienkonzept des Burg-Gymnasiums (Stand: Februar 2021) findet sich unter Bildung - Konzepte - Medienkonzept.

Langfristig geht es als übergeordnetes Ziel natürlich darum, Schüler im Umgang mit digitalen Medien und der allgegenwärtigen Technik vertraut und kompetent zu machen. Der kundige und sichere Umgang mit digitalen Medien, der an unserer Schule erlernt wird, bildet die Grundlage für kompetentes Handeln in einer fortschreitend digtialisierten Lebens- und Arbeitswelt.

Durch die Interaktivität und die multimedialen Funktionen der Tablets ergeben sich viele mögliche Unterrichtsszenarien: Neben der Möglichkeit, zu verschiendenen Themen im Unterricht zu online zu recherchieren, eigene Präsentationen am Gerät zu erstellen oder Tafelbilder/Unterrichtsergebnisse direkt in eigene Mitschriften zu integrieren, bieten verschiedenste Apps und Tools für den Bildungsbereich gewinnbringenden Mehrwert.

Zum Einsatz kommen 3D-Apps, die Unterrichtsinhalte anschaulich vermitteln, wie etwa GeoGebra für Mathematik, oder Apps und Tools, die die Zusammenarbeit erleichtern und mithilfe derer die SchülerInnen Unterrichtsinhalte einprägsam und vielseitig erarbeiten können, wie etwa Etherpads, digitale Pinnwände oder kollaborative Whiteboards. Das Erstellen von eigenen Videos, Animationen oder Tonaufnahmen gehört ebenfalls bereits heute zu vielen Unterrichtssettings dazu, beispielsweise in Form von selbst gedrehten Erklärvideos, die zusammengeschnitten und bearbeitet werden. Es gibt darüber hinaus am Burg-Gymnasium eTwinning-Projekte mit Partnerschulen in Europa, die auch in Zeiten, in denen Corona nicht die Digitalität erzwingt, auf interaktiven und kollaborativen Tools aufbauen. 

Zudem werden, auch wenn wir in dem Bereich noch in den Startlöchern stehen, Schulbücher zukünftig in digitaler Form angeboten. Aber auch die vorhandenen gedruckten Bücher bieten häufig eine zusätzliche App an, um beispielsweise im Fremdsprachenunterricht Hördateien abzuspielen. 

Durch den Einsatz einer App wie GoodNotes, deren Lizenz die Schüler über die Schule erhalten, können darüber hinaus Mappenführung und eigene Mitschriften komplett digital erfolgen. Arbeitsblätter werden im Unterricht digital verteilt, mithilfe der momentan nach und nach in den Klassenräumen installierten AirServer an die digitale Tafel gespiegelt oder den Mitschülern zur Verfügung gestellt und können nach der Bearbeitung in die Cloud oder auf dem Tablet gespeichert werden. 

Diese Aufzählung beinhaltet nur beispielhafte Möglichkeiten - der Einsatz von Tablets im Unterricht hat viele verschiedene Ebenen, die den Schulalltag erleichtern und das Lernen sinnvoll vertiefen.

Die Administrierung ist rechtlich erforderlich und pädagogisch sinnvoll. Dies geschieht mithilfe eines sog. „Mobile Device Managements" (MDM): Schülergeräte werden in der Schule in einer eigenen Schulumgebung genutzt. Dadurch werden beispielsweise bestimmte Funktionen oder Apps zentral bereitgestellt. Diese müssen nicht einzeln durch Eltern gekauft werden; der Erwerb entsprechender Lizenzen sowie die Installation laufen über die Schule.

Es können über das MDM Apps und Funktionen grundsätzlich oder zeitweise gesperrt werden. Die Schulumgebung durch ein MDM schränkt die private Nutzung der Geräte ein. Dies geschieht aber nur, sobald sich das Gerät im Netzwerk der Schule befindet. Wird das schulische Netzwerk verlassen, springt das Gerät um auf eine rein private Nutzung und können alle individuell installierten Apps etc. wider uneingeschränkt genutzt werden. Also: schulische Nutzung im schulischen WLAN, private Nutzung in privaten Netzwerken. 

Angeschaffte Geräte können am Ende der Schulzeit ganz aus dem MDM herausgenommen werden, um sie privat weiter zu nutzen.

Die Geräte können von den Schülerinnen und Schülern frei im Unterricht genutzt werden, weitgehend bis völlig unabhängig vom Unterrichtsszenario (z. B. als Ersatz oder in Ergänzung zu Heft und Block, zur digitalen Weiterverarbeitung analog wie digital vorgehaltener Arbeitsblätter, Nutzung der digitalen Schulbuchs, Präsentation von Ergebnissen, u.v.m.). Hier steht also die individuelle Nutzung der Endgeräte durch die Lernenden im Mittelpunkt.

Wichtige Apps können durch die Schule bereitgestellt und konfiguriert werden; Lehrkräfte können für einzelne Stunden die Nutzung auf bestimmte Apps eingrenzen; White-/Blacklists für Browser können aktiviert / deaktiviert werden (z. B. können bestimmte soziale Netzwerke, die grundsätzlich gesperrt sind, im Rahmen einer kritischen Medienreflexion zeitweise
freigegeben werden); Profile für die Geräte können für einzelne Stunden oder Sequenzen auf die unterrichtlichen Bedürfnisse eingestellt werden ...

Bezogen auf Unterrichtsplanung (digitale Unterrichtsszenarien): Die einheitliche Ausstattung senkt die Hürden / erleichtert den Einstieg und die Weiterentwicklung, schafft wesentlich größere Planungssicherheit: Lehrkräfte wissen, was auf den Geräten verfügbar ist, wie die Geräte eingesetzt werden, welche Tricks evtl. notwendig sind etc. Die Geräte sind immer da und können ggf. auch spontan / auf Anregung der Schüler genutzt werden.  Die Bereitschaft im Kollegium, sich auf diesen Prozess einzulassen, ist jetzt bereits sehr groß – durch ein GYOD wird sich diese noch vergrößern. 

Wir beobachten in der Schule Probleme auf Schülerseite: „Auf meinem Handy kann ich das nicht sehen!" „Der Link funktioniert bei mir nicht!" „Die App kann ich nicht installieren!" „Ich flieg aus dem WLAN!" „Bei mir sieht das anders aus!" „Meine Datei ist weg!" usw. Die derzeit vorherrschende Heterogenität verursacht nicht nur viele Probleme auf Schülerseite, sie behindert auch eine zügige wie gezielte Abhilfe durch die Lehrkraft: Wie soll eine Lehrkraft drei bis zehn Probleme auf drei bis zehn unterschiedlichen Geräten mit unterschiedlichen Betriebssystemversionen in kürzester Zeit lösen helfen? Hier wäre eine einheitliche Ausstattung eine große Hilfe!

Aber andererseits: Wir befinden uns hinsichtlich der Digitalisierung auf dem Weg und sind noch lange nicht am Ziel. In dieser Umbruchphase kommt es dadurch voraussichtlich kaum zu Einsparungen an anderen Stellen (Bücher, Schreibmaterial...). Hier können wir zumindest kurzfristig keine falschen Hoffnungen machen.

Im Schuljahr 2020/21 wurden unterschiedliche Szenarien innerhalb der Schulgemeinschaft diskutiert. Die Entscheidung wurde wie folgt getroffen: Für die verbindliche Einführung der iPads wird am Burg-Gymasium nicht nur ein grundsätzlicher Beschluss der schulischen Gremien vorausgesetzt, sondern darüber hinaus ein Votum der jeweiligen Elternschaft in den Klassen (80 %). Die Einbindung der Klassenelternschaften war uns sehr wichtig.

Konkret bedeutet das: Am BGB findet der grundsätzliche GYOD-Einstieg in Klasse 10 statt, jedoch ist in den jeweils aktuellen zehnten Klassen ein Elternvotum von mindestens 80% nötig, um eine verbindliche Anschaffung von GYOD-Tablets für die gesamte Klasse festzulegen. Fällt die Abstimmung der Klassenelternschaft entsprechend hoch aus, sind alle Familien an die Entscheidung gebunden und gilt die Klasse als (Pilot-)Tabletklasse. Bleibt es unter der festgelegten Prozentsatz, kann in der jeweiligen Klasse freiwillig ein GYOD-Sammelbestellung teilgenommen werden.

Eine Teilnahme an der Sammelbestellung ist auch in den Jahrgängen 5-8 und 11-13 möglich. Da dies auf freiwilliger Basis geschieht, kommt es dort in den folgenden Schuljahren sicherlich zu hybriden Klassen mit unterschiedlicher Ausstattung der Schülerinnen und Schüler. Daher werden wir mit Blick auf die kommenden Schuljahre bewusst zweigleisig planen: einmal für Klassen mit einheitlicher, zum anderen für Klassen mit heterogener Ausstattung. Hybriden/Heterogenen Klassen soll es in Sachen Bildung nicht schlechter gehen. Allerdings wird die Umsetzung digitaler Szenarien dort sicherlich langsamer verlaufen.

Die Frage nach den "hybriden", also unterschiedlich ausgestatteten Klassen beschäftigt viele Eltern, aus absolut nachvollziehbaren Gründen.

Wir haben als Schule das Thema auch von Beginn an mit bedacht. Im Hintergrund sind wir dabei, ein Digitalcurriculum für alle Fächer zu erstellen und nehmen dabei diese Situation der unterschiedlichen Ausstattung außerhalb der Pilotklassen mit auf. Uns geht es genau darum, einerseits niemanden zu benachteiligen, was Unterrichtsinhalte angeht und andererseits dafür zu sorgen, dass alle Schüler dennoch digitale Kompetenzen erwerben können. Wir planen mit Blick auf die kommenden Schuljahre bewusst zweigleisig: einmal für Klassen mit einheitlicher, zum anderen für Klassen mit heterogener Ausstattung. Solchen Klassen soll es in Sachen Bildung nicht schlechter gehen.

Praktisch heißt das beispielsweise, dass wir auf systemübergreifende Apps, Lösungen und Programme zurückgreifen oder durch Cloudlösungen (Iserv, das Office-365-Paket) Unterrichtsergebnisse für alle verfügbar machen. Im Unterricht selbst haben wir durch die zur Verfügung stehenden Schultablets die Möglichkeit, einzelne SchülerInnen mit einem Gerät auszustatten. Dies gilt aber nicht für ganze Vormittage, sondern ist immer abhängig von der Verfügbarkeit der Geräte. Allerdings wird die Umsetzung digitaler Szenarien in hybriden Klassen sicherlich langsamer vonstatten gehen, vor allem, wenn nur wenige Familien sich für ein Tablet entscheiden.

Da das Bestellportal regelmäßig geöffnet sein wird, wahrscheinlich mindestens halbjährlich, bleibt Ihnen auch die Möglichkeit, die Entwicklung zunächst noch abzuwarten. Andererseits: Wenn nun in einer Klasse kaum Familien ein Tablet kaufen und abwarten, können wir in solchen Klassen natürlich nur wenig Erfahrungswerte sammeln und wird für Sie als Eltern die Entscheidung auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht einfacher. Eine klare Kosten-Nutzen-Rechnung können wir letztlich für niemanden aufstellen, es bleibt Ihre individuelle Entscheidung.

 

Vorweg: Digitale Endgeräte kosten viel Geld. Uns ist bewusst, dass das für Familien eine spürbare finanzielle Belastung darstellt. Die zentrale Voraussetzung, dass die Geräte durch die Schule administriert werden müssen, hat zur Folge, dass sie nicht frei, sondern zentral in Form einer Sammelbestellung über einen Bildungspartner der Schule beschafft werden müssen, der neben den Geräten selbst entsprechende Lizenzen, einen unfassenden Support sowie sog. DEP-Nummern zur Verfügung stellen kann, um die Geräte später dem Mobile Device Management automatisch zuweisen und zentral mit neuen Einstellungen und Apps versorgen zu können.

Von unserem Bildungpartner werden verschiedene Pakete angeboten, die neben dem Erwerb des Gerätes inklusive einer
Schutzhülle und eines Stiftes auch eine Versicherung sowie ein Service Portal beinhaltet. Die Versicherung (SchoolProtect Premium mit 36 Monaten Laufzeit) deckt verschiedenste Schadesnfälle ab, wie etwa Wasser-/Feuchtigkeitsschäden, Fall-/Sturzschäden, Elektronikschäden oder unsachgemäße Handhabung - dies jeweils auch mehrfach innerhalb der Laufzeit. Angeboten werden verschiedene iPads mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen als "Bildungspakete".

Es gibt zwei Kaufvarianten: Einmal eine monatliche Ratenzahlung von 3 bis zu 36 Monaten. Zum anderen wird ein Sofortkauf mit Skonto angeboten. Zudem dürfte– zumindest in der Oberstufe – eine Tastatur sinnvoll sein; diese kann in bestimmten Paketen ebenfalls erworben werden.

Wichtig zu wissen: Bei einer Sammelbestellung werden mehrere Pakete angeboten, aus denen Eltern mit ihren
Kindern gemeinsam eine Wahl vornehmen können. Das preisgünstigste Paket 1 reicht von den Leistungen des Gerätes her vollkommen aus, um den Schulalltag reibungslos gestalten zu können!

Zu jeder Bestellrunde (momentan geplant: halbjährliche Eröffnung des Bestellportals) gibt es entsprechend genauere Informationen mit aktuellen Paketpreisen, Elternabenden für die entsprechenden Jahrgänge sowie Informationsabende vom Bildungspartner selbst.

Grundsätzlich ist die Frage nach Zuschüssen nur in Klassen mit verbindlicher Einführung relevant, da in allen anderen Jahrgangsstufen die Anschaffung von GYOD-Schülergeräten auf rein freiwilliger Basis geschieht. 

Für Familien, die staatliche Sozialleistungen beziehen, sind – Stand jetzt – über das „Bildungs- und Teilhabepaket" hinaus keine weiteren Mittel vorgesehen. Die soziale Abfederung des Kaufs für alle besteht in der Möglichkeit der Ratenzahlung (laut
Rücksprachen mit den entsprechenden Ämtern). Das ist nicht unsere Meinung, sondern unser Kenntnisstand – sicherlich für uns alle unbefriedigend. Und selbstverständlich ist allen bewusst, dass angesichts der Pandemie in einigen Familien finanzielle Folgen deutlich spürbar sind. 

Erfreulicherweise hat sich – auf Initiative des Burg-Gymnasiums hin – die Stadt Bad Bentheim dazu entschlossen, für Schülerinnen und Schüler aus einkommensschwachen Familien einen Zuschuss von 50 Prozent zu leisten. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird sich die Samtgemeinde Schüttorf diesem guten Beispiel anschließen. Als grobe Richtlinie zur Frage, welche Familien für diese Förderung in Frage kommen, kann unsere Schulbuchausleihe gelten: Wer hier aufgrund gewisser Voraussetzungen von der Zahlung des Leihentgelts ausgenommen ist, für den könnte die Berechtigung vorhanden sein. 

Wir empfehlen denjenigen Familien, die sich an dieser Stelle angesprochen fühlen, sich umgehend bei der Stadt Bad Bentheim bzw. der Samtgemeinde Schüttorf zu melden, um die Bezugsberechtigung und das weitere Verfahren zu klären.

Ob wir in einem besonderen Ausnahmefall, in dem die Hilfe der Kommunen versagt wurde, gegebenenfalls zumindest für eine beschränkte Zeit unterstützend tätig werden könnten, müsste im jeweiligen Einzelfall intensiv geprüft und geklärt werden. Wir weisen aber ausdrücklich darauf hin, dass wir niemanden, der es nicht zuvor bei den Kommunen versucht hat, unterstützen können.

Von Elternseite wurde häufiger auch der Schulverein zur Sprache gebracht: Unser Schulverein kann für solche Hilfen nicht in Anspruch genommen werden. Abgesehen von der Frage nach den zur Verfügung stehenden Summen – leider treten derzeit recht wenige Eltern dem Verein bei – darf der Verein laut Satzung solche Hilfen gar nicht leisten. Und selbst, wenn er es dürfte: Wer sollte die Entscheidung treffen, welche Familien mit welcher Summe gefördert werden und welche Familien nicht?

Die Antwort ist einfach und zugleich höchst komplex.

Die Schule kann nicht jedem Kind ein Gerät zur Verfügung stellen, sie darf es vermutlich gar nicht. Einige Gründe dafür:

1. Endgeräte sind Lernmittel, gehören damit hinsichtlich ihrer Finanzierung zu den Elternaufgaben - es sei denn, auf Landesebene würde man angesichts des Digitalisierungsprozesses die Endgeräte – wie die meisten Bücher - in die Lernmittelfreiheit / Lernmittenentleihe aufnehmen. Passiert aber (derzeit) nicht.

2. Wären Endgeräte Lehrmittel, gehörten sie in den Aufgabenbereich des Schulträgers, also unseres Landkreises. Da alle Schulträger, aber auch die Kultusbehörden auf dem Standpunkt stehen, dass Endgeräte in Schülerhänden Lernmittel sind, wird hierfür kein Geld zur Verfügung gestellt. (Klassensätze, die in der Schule bleiben, sind übrigens Lehrmittel und werden daher bezahlt.)

Zwischenfazit: Weder das Land noch der Landkreis stellen Geld für Geräte zur Verfügung.

3. Könnte die Schule das nicht freiwillig übernehmen? Nein – das Geld haben wir gar nicht (Summen werden regelmäßig im Schulvorstand offengelegt)! Und Geräte, die wir kaufen, sind Lehrmittel, die wir nicht als Lernmittel in einen Dauerverleih geben dürfen.

4. Und was ist mit dem Digitalpakt? Auch hier wäre eine deutlich ausführlichere Antwort notwendig; in Kurzform: Die Bundesmittel für den Digitalpakt können nach Landesrichtlinien vom Landkreis in Absprache mit den kreiseigenen Schulen (d.h. vier Ebenen sind beteiligt) unter bestimmten Voraussetzungen abgerufen werden. Nach einem – aus unserer Sicht durchaus langwierigen – Prozess gehen die Mittel den Richtlinien folgend am BGB vorwiegend in die Infrastruktur (weiterer Ausbau des WLAN, zusätzliche Verkabelungen, ein zusätzlicher Breitbandanschluss) und in die Ausstattung der Schule (v. a. Unterrichtsräume). Da die Mittel insgesamt hierfür nicht ausreichen, übernehmen wir einen Teil aus unserem Schulbudget. Das Geld ist also verplant (und gut angelegt).
Digitale Endgeräte hätten nach den Richtlinien des Digitalpaktes nur nachrangig angeschafft werden dürfen, und zwar für maximal 25.000 €. Davon hätten beispielsweise gerade einmal 42 Geräte (Basisvariante mit Versicherung) gekauft werden können. Und ob diese hätten fest ausgeliehen werden dürfen, ist eine ungeklärte Frage (s. Punkt 3).

Also: Eine Finanzierung über den Digitalpakt kommt nicht infrage und für die kommenden Jahre gibt es keinen Digitalpakt mehr.

Wir haben schulseits Android-Tablets angeschafft – die Administrierung funktioniert mangelhaft, Besserung ist leider nicht in Sicht; daher scheiden Android-Tablets für den Schulgebrauch im Rahmen eines GYOD derzeit aus. Die aktuell neu beschafften iPads haben sich innerhalb kürzester Zeit hingegen vollauf bewährt.

Eine Anbindung an bestehende Systeme zuhause, beispielsweise einen Windows-Laptop oder -PC, ist auch mit den iPads problemlos möglich. Zum einen ist das schulinterne Iserv als plattformübergreifende Lösung zu nennen, hier können Dateien gespeichert und abgerufen werden.

Da unsere Schule bereits seit mehreren Jahren zusätzlich das Paket "Office 365 A1 Plus for faculty" zur Verfüfung stellt, haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, hier 1 TB Cloudspeicher kostenfrei zu nutzen. Die entsprechenden Office-Apps stehen auch im Betreibssystem iOS zur Verfügung und können über den eigenen Account demzufolge Inhalte produziert, in die Cloud geladen oder von dort aus plattformunabhängig von jedem Gerät aus abgerufen werden. Auch andere Apps, wie das von uns für die GYOD-Geräte bereitgestellte "Goodnotes", können mit dieser Cloud synchronisiert und erstellte Notizen im PDF-Format auch auf anderen Betriebssytemen weiter bearbeitet werden. 

Die Registrierung für das Office-Paket erfolgt über die ohnehin vorhandenen ISERV-Emailadressen. Eine Anleitung für die Registrierung ist auf der Homepage des BGB (Link) zu finden. Unsere SchülerInnen erhalten über dieses Paket:

- die Office 365-Version im Web mit Anwendungen wie Outlook, Word, PowerPoint, Excel und OneNote
- vollumfänglichen Zugriff auf die Office-Desktopanwendungen sowie weitere Management- und Sicherheitstools
- Office-Desktopanwendungen auf bis zu fünf PCs oder Macs pro Nutzer 
- Office-Anwendungen auf bis zu 10 Endgeräten (5 Tablets und 5 Smartphones) pro Nutzer 
- 1 TB Coudspeicher im OneDrive

Nach derzeitigem Stand gibt es zu fast allen eingeführten Schulbüchern gegen einen geringen Aufpreis zusätzlich eine digitale Lizenz. Im ersten Jahr 2021/22 könnten wir diese Lizenz über den Lernmitteltopf ohne zusätzliche Einnahmen „subventionieren". Das weitere Vorgehen müsste sehr differenziert diskutiert werden (z. B. könnten in GYOD-Klassen zumindest bestimmte Bücher ggf. nur noch digital genutzt werden u.v.m.). Aber auch das gehört dazu: So wie es aktuell aussieht, wird das nicht zu großen finanziellen Entlastungen führen, schon gar nicht zu einer „Gegenfinanzierung".

29.09.2020: Vorstellung des GYOD-Modells im Elternrat und grundsätzliche Zustimmung des Elternrates, in die Diskussion einzusteigen – Bitte seitens der Schulleitung an die Elternvertretungen, diesen Gedanken einer möglichen GYOD-Einführung an die gesamte Elternschaft heranzutragen.

Februar / März 2021: Intensive Information der Elternschaften der Klassen 9 und 10 (vor allem zwei Elternbriefe, ein Video). 

24.02.2021: Videokonferenz mit den Elternvertreterinnen und – vertretern der Klassen 9 und 10.

22.03.2021: Sitzung des Schulvorstandes und Beshlussfassung über das für das BGB gewählte GYOD-Konzept: Künftig wird das GYOD-Modell grunsätzlich ab Klasse 10 eingeführt, jedoch ist eine Anbindung an das jeweilige Votum der Klassenelternschaften über eine Zustimmungsrate von mindestens 80% erforderlich. Die Klassenelternschaften erhalten so die Möglichkeit, soziale Aspekte ggf. abzufedern, wenn sie sich gemeinsam gegen die verbindliche Anschaffung aussprechen und der benötigte Zustimmungswert von (mindestens) 80% auf diesem Weg unterschritten wird. In allen anderen Jahrgangsstufen erhalten die Familien die Möglichkeit, sich freiwillig an der GYOD-Sammelbestellung zu beteiligen.

11.04.2021: Information über die Ergebnisse der Abstimmungen innerhalb der Klassen 9+10 via Mail an die entsprechenden ElternvertreterInnen und KlassenlehrerInnen. 

15.04.2021: Mail an alle Jahrgangsstufen, in denen eine freiwillige Bestellung möglich ist, mit Bitte um Weiterleitung an die Eltern sowie an alle Eltern, die sich dafür per Elternbrief registriert haben. Hinweis auf zweites Video mit grundsätzlichen Erklärungen sowie die in Teilen angepassten beiden Elternbriefe vom Februar mit ausführlichen Informationen zu zentralen Aspekten, die bis zu diesem Zeitpunkt durch eine Reihe konstruktiver Hinweise aus der Elternschaft an uns herangetragen worden waren.

30.04.2021: Einladung zum Elternabend am 10.05. (Klassen 9+10) sowie am 12.05. (Klassen 5-8 und 11) mit dem deutlich formulierten Schwerpunkt Bestellvorgang.

06.05.2021: Mail an alle Eltern mit zusätzlichen Informationen (Überblick über die Bestellpakete, Informationen zum Einpflegen vor Februar 2021 privat gekaufter iPads) sowie dem Link zum Elternabend.

10.05. (Klassen 9+10): Herr Schilmöller von der Gesellschaft für digitale Bildung erläutert im Rahmen eines digitalen Elternabends wesentliche Informationen zu den Bestellpaketen und zum eigentlichen Bestellvorgang.

11.05.2021: Kurze Erinnerungsmail für den Elternabend zum Bestellvorgang am 12.05. (Klassen 5-8 und 11).

12.05. (Klassen 5-8 und 11): Herr Schilmöller von der Gesellschaft für digitale Bildung erläutert im Rahmen eines digitalen Elternabends wesentliche Informationen zu den Bestellpaketen und zum eigentlichen Bestellvorgang.


Informationen im GYOD-Informationsvideo

Anfang: Hinweis auf die Informationsmaterialien und den früheren Film (Informationen für die Klassen 9 und 10 im Februar 2021)
ab ca. 1.30: Hinweis auf Verbindlichkeit erst ab Klasse 10 – Pilotklassen; Beschlussfassung Schulvorstand; 80-Prozent-Votum der Klassenelternschaften
ab ca. 2.15: Entscheidungshilfe zur aktuell anliegenden Kernfrage: Sollen wir freiwillig bereits ein Gerät anschaffen? – Kernargument (freie / selbstständige Nutzung während der Unterrichtszeit)
ab ca. 3.45: genaue Erläuterung – es geht um die freiwillige Anschaffung von Geräten
ab ca. 8.38: Aussagen zum konkreten Einsatz im Unterricht (Auswahl zahlreicher Möglichkeiten)

Termine

05.07.2021 - 09.07.2021
Management Information Game

Jahrgangsstufe 11

Ort: Forum

15.07.2021, 14:30 Uhr
Zeugniskonferenzen Jgst. 7, 8 und 9

Ort: Forum

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