Burg-Gymnasium
Bad Bentheim

„Das fliegende Klassenzimmer“ als Musiktheater

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Ähnlich früh wie die Lebkuchen ihren Platz in den Supermarktregalen finden, landete „Das fliegende Klassenzimmer" auf der Bühne des Burg-Gymnasiums. Erich Kästners Kinderbuch-Klassiker kam als Musiktheater nach Bad Bentheim; Premiere war am 16. November 2018.

Die Handlung: Der fiktive Erich Kästner wird von seiner Mutter dazu verdonnert, eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben, und begibt sich zu diesem Zwecke auf die Zugspitze. Er erzählt die Geschichte einer Gruppe von Internatsjungen, die im Clinch liegen mit den Externen, also den Jungs, die zu Hause wohnen dürfen. Ihre Auseinandersetzungen muten eher wie Mutproben an: Mal geht es um eine Fahne, die der anderen Gruppe geklaut wird, dann sind es die Diktathefte, die mitsamt einem Mitschüler verschwinden und später – was für ein Pech aber auch – nur noch als Aschehäuflein dem Lehrer Kreuzkamm überreicht werden können. (Das darauffolgende Diktat hätte jeder Schüler ob der Fremdwortdichte verflucht und jeder Lehrer angesichts der Kürze liebend gern korrigiert.)

Inmitten seiner scheinbar furchtlosen Freunde fühlt sich der kleine Uli unwohl und entscheidet sich, um seinen Mut zu beweisen, für einen waghalsigen Sprung von der Trittleiter, der ihm nicht nur ein gebrochenes Bein beschert, sondern auch die Erkenntnis, dass seine Freunde nicht immer so furchtlos sind, wie sie erscheinen mögen. Ein anderer Kummer plagt Martin, der wegen des Geldmangels, den die Familie leidet, nicht zu Weihnachten nach Hause fahren kann. Glücklicherweise wird auch dieses Problem gelöst – mit dem Geschenk eines Lehrers in Höhe von 20 Mark.

Kästners gedruckte Erzählung aus dem Jahr 1933 feiert nun 85. Geburtstag, könnte also etwas angestaubt und altbacken wirken im Zeitalter elektronischer Zerstreuung der Schülerschaft. Allerdings sind die Botschaften so pädagogisch wertvoll und moralisch erhebend, dass sie Ewigkeitswert beanspruchen: Freundschaft und Mut und Solidarität gehen immer.

Und wenn, wie bei Kästner, im Internat für das Weihnachtstheater geprobt wird, dann ist Besinnlichkeit eingebaut. Mit Lebkuchen und Glühwein, pardon Kinderpunsch, wäre der Theaterabend vielleicht zu stimmungsvoll geworden. Doch auch ohne Kerzenschimmer und Zimtschwaden kam die Message beim Publikum an: einerseits, weil die Band nicht bloß routiniert den richtigen Ton traf, sondern Stimmung schuf und das Stück vorantrieb; andererseits, weil die Schülerinnen und Schüler ohnehin energisch spielten.

So erwiesen sich der musikalische Leiter Bodo Wolff (Musik-Akademie Obergrafschaft) und der Regisseur Dr. Thomas Füser (BGB-Lehrer) als einträchtiges Team, das die Talente der drei Dutzend Schülerinnen und Schüler vortrefflich zur Geltung brachte. Nur stellvertretend genannt seien: der mutschöpfende Uli, den Lenja van Verth (Klasse 6b) darstellte, der schlagkräftige Matze, mit dem Max Zeromski (7c) seine Leibrolle fand, der introvertierte Johnny, den Daniel Blum (7a) verkörperte, der omnipräsente Martin, den Sina Klompmaker (8b) gab, und der wissbegierige Sebastian, den Merle Weber (10b) spielte. Zur gelungenen Theaterpremiere gratulierte nicht nur die Schulleiterin Johanna Schute, auch das Publikum stimmte mit viel Applaus zu.

Weitere Vorstellungen: Samstag, 17.11., 19 Uhr und Sonntag, 18.11., 15 Uhr
 
Text: BEH/HUM
Fotos: ENG/HUM/Max Lohrberg, 10b
 
PS: Eine Rezension brachten auch die „Grafschafter Nachrichten" vom 19.11.2018. Die PDF-Datei findet sich hier.