Burg-Gymnasium
Bad Bentheim

Zwei Tage Weimar und Buchenwald – die 11c berichtet

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Weimarfahrt der Klassen 11b und 11c

Wie im letzten Jahr wurde auch in diesem Jahr eine Studienfahrt nach Weimar und Buchenwald angeboten, an der zwei Klassen teilnahmen. Aufgrund der großzügigen Unterstützung durch den Schulverein konnten 31 Schülerinnen und Schüler am 5. und 6. Februar hautnah erleben, wie die Dichter und Denker in Weimar lebten und welche Konsequenzen Politik auf das Leben der Menschen hat(te).

Hier der Bericht:

Nachdem wir uns am 5. Februar um kurz vor 6.00 Uhr auf dem Parkplatz des Forums getroffen hatten, sind wir pünktlich um 6.00 Uhr losgefahren. Nach einer entspannten Anreise mit kleinen Verzögerungen durch Staus sind wir gegen 12 Uhr in Weimar angekommen. Leider konnte das A&O-Hostel uns nicht direkt die Zimmer übergeben. Erst nach dem Besuch des Schillerhauses und des Hauses der Weimarer Republik konnten wir unsere gut ausgestatteten (Vierbett-)Zimmer beziehen. In unserem Hostel hatten wir nur ein Frühstück gebucht, deshalb haben wir uns größtenteils eigenständig versorgt.

Schon bei unserer Ankunft in Weimar sind uns direkt einige Unterschiede zwischen unserer Heimat im Westen und der früheren DDR-Stadt Weimar aufgefallen, wie zum Beispiel die teilweise recht heruntergekommenen Wohnhäuser und natürlich auch Unterschiede in der Sprache. Des Weiteren war auffallend, dass einem, überall wo man hinging, Goethe oder Schiller begegneten. Was hier die Burg Bentheim ist, sind dort diese beiden Dichter. Beinahe jedes Lokal, Hotel oder Einkaufszentrum in Weimar trägt ihren Namen.

Gegen 13.45 Uhr besuchten wir das Schillerhaus. Ausgestattet mit einem Audioguide und Raumplan erkundeten wir selbständig, aufgeteilt in zwei Gruppen, die rund 20 Räume des Wohnhauses. Auf diesem Rundgang wurde uns die damalige Lebenweise wie auch der Lebensweg Schillers nahegebracht. Werke wie die großen Dramen „Die Braut von Messina“ und „Wilhelm Tell“ schuf er dort. 1777 wurde das besagte Haus errichtet und 25 Jahre später zog Friedrich Schiller mit seiner Familie ein. Nur drei Jahre später, 1805, verstarb er dort in seinem Gemach. Während der Rundgangs wurde Schillers enger Freund und gleichzeitig Mitbegründer der Weimarer Klassik erwähnt: Johann Wolfgang von Goethe. Dessen Haus besuchten wir am Donnerstag.

Um ca. 16.15 Uhr betraten wir das Haus der Weimarer Republik am Theaterplatz, welches erst vor gut einem halben Jahr eröffnet worden war. Als Erstes bekamen wir einen Kurzfilm gezeigt, der die historischen Geschehnisse und die Akteure der Weimarer Republik zusammenfasst. Danach betraten wir den Ausstellungsraum. Hier waren alte Plakate, Videos, Audios und Objekte über die Weimarer Republik ausgestellt, welche uns einen detaillierteren Einblick gaben. In der Mitte des Raumes gab es eine Art langgezogenen Tisch auf dem ein Zeitstrahl dargestellt wurde. Die zum Eingang anliegende Wand zeigte eine Karte Mitteleuropas mit Deutschland im Mittelpunkt. Anhand dieser Karte wurden die deutschen Gebietsverluste durch den Versailler Vertrag dargestellt. Die linke Ausstellungswand zeigte die Anfänge der Weimarer Republik nach dem Ersten Weltkrieg und dessen Folgen. Am Ende des Raumes war eine Wand mit Wahlplakaten von den ersten Wahlen von 1918 bis 1933. Die rechte Wand zeigte, wie die Weimarer Republik durch die „Machtergreifung“ Hitlers und der Nationalsozialisten ihr Ende fand. Im Raum standen außerdem vier Säulen mit noch erhaltenen Ausstellungsstücken. Eine Wand rechts vom Eingang gab uns die Möglichkeit, zu politischen Themen Stellung zu nehmen.

Als wir gegen 17.15 Uhr aus dem Haus der Weimarer Republik kamen, trafen wir auf eine Demonstration. Ungefähr 300 Teilnehmer versammelten sich vor dem Goethe- und Schillerdenkmal wegen der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen. Thomas Kemmerich (FDP) war zum neuen thüringischen Regierungschef gewählt worden und hatte sich gegen den bisherigen Amtsinhaber Bodo Ramelow (Linke) durchgesetzt. Dabei hat er neben den fünf FDP-Stimmen auch alle Stimmen der CDU und auch der AfD bekommen. Die Demonstranten drückten ihre Angst davor aus, dass die AfD durch die Wahl bundesweit stärker werde. Man konnte Banner sehen, auf denen Sprüche gegen Kemmerich, die AfD und die FDP standen. Unter anderem wurden auch Neuwahlen gefordert. Die Demonstration wurde von mehreren Polizisten begleitet.

Am Donnerstag ging es um 9.00 Uhr in der Frühe mit dem Bus Richtung Gedenkstätte Buchenwald, wo in den 8 Jahren seines Bestehens schätzungsweise 266.000 Menschen gefangen gehalten wurden, wovon ca. 56.000 ums Leben gekommen sind. Nach der Ankunft ging es in das Kino, wo wir uns einen ca. 30-minütigen Dokumentarfilm ansehen durften. In dem Film erhielten wir viel neues Hintergrundwissen, wie z.B. über Ereignisse, die sich zur damaligen Zeit in Buchenwald abspielten. Zudem berichteten die Überlebenden des KZs in der Dokumentation über ihren Aufenthalt und wie sie diesen empfanden. Im Anschluss gab es eine ca. zweistündige Überblicksführung durch die noch erhaltenen Fassaden, jedoch war das KZ ursprünglich größer. Wo heutzutage hauptsächlich Bäume und Büsche wachsen, standen früher noch weitere Gebäude, zudem waren einige der gesehenen Gebäude nachgestellt worden. Unter anderem besichtigten wir die Gefängnisszellen der bestraften Insassen und das Krematorium, welches noch in seinem Ursprungszustand ist. Nach der Führung entschieden sich einige dazu, in das Museumsgebäude (frühere Kleiderkammer) des Konzentrationslagers, wo man sich einige originale Stücke der Insassen ansehen konnte, zu gehen. Die Zahl der Opfer ist bis heute nicht bekannt, da die Identifikationsnummern nach dem Tod der Insassen erneut vergeben wurden.

Um 12.30 fuhr uns der Bus zurück zum Hostel und gegen 13 Uhr mussten wir zügig auschecken und sind mit dem Linienbus in die Innenstadt gefahren. Gegen etwa 13.20 Uhr betraten wir die Eingangshalle von Goethes Wohnung. In dem 1709 erbauten Gebäude hielten wir uns ungefähr eine Stunde auf. Auch hier erhielten wir am Empfang Audioguides, die uns systematisch durch das Goethehaus führten. In etwa 18 prunkvollen Räumen hatten wir die Gelegenheit, Sammlungen von Steinen, Gemälden, antiken Kunstwerken sowie originale Möbel zu bestaunen. Wir erfuhren, dass Goethe 1782 als Mieter dieses Wohnhauses einzog und dort beinahe 50 Jahre lebte. In diesen Jahren entstanden hier Werke wie „Wilhelm Meisters Wanderjahre“, die „Wahlverwandschaften“ und der „Faust“. Am 22.03.1832 starb Goethe in seinem Sessel, wie es durch den Audioguide zum Abschluss der Führung erläutert wurde. Im Vergleich der Wohnverhältnisse der beiden Klassikgrößen war Goethe eindeutig besser gestellt.

Die zwei Tage waren eine interessante Alternative zu Geschichts- und Deutschunterricht. Die Fahrt sollte unserer Meinung nach zu einer Tradition am Burg-Gymnasium werden. Wenn der Zeitpunkt so bleibt, sollten allerdings alle Teilnehmer daran denken, warme Kleidung für die Führung über das Außengelände des KZs mitzubringen.

Text: Schülerinnen und Schüler der Klasse 11c
Bilder: ENG

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09.07.2020, 14:30 Uhr
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Austausch Irland
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