Die drei Klassen der Stufe 11 besuchten unsere Hauptstadt Berlin im Rahmen einer Klassen-bzw. Studienfahrt vom 12. Juni bis zum 15. Juni 2023. Die etwa fünfstündige Zugfahrt traten die Schülerinnen und Schüler nach dem Treffen am Bahnhof in Bentheim um neun Uhr an.
Mit einer knappen Stunde Verspätung kam der Zug am Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen an, von wo aus es mit der S-Bahn zum Anhalter Bahnhof weiterging. Selbstverständlich gab es auf dieser kurzen Strecke Verluste, da es nicht alle Schülerinnen für nötig hielten, rechtzeitig auszusteigen.
Nach einer kurzen Strecke zu Fuß schließlich im Hotel angekommen, wurden die Schlüsselkarten übergeben und die Zimmer eingeteilt. Allerdings war die Zeit im Hotel begrenzt, da bereits um 17.20 Uhr zwei Führungen in der Gedenkstätte Hohenschönhausen angesetzt waren. Dort erhielten die Schülerinnen und Schüler in kleineren Gruppen von Zeitzeugen und ehemals selbst Inhaftierten eindrucksvoll vermittelt, wie monoton und menschenunwürdig der Alltag in der Haftanstalt und vor allem in dem alten Gebäudeteil, zu welchem auch ein Keller – genannt U-Boot – gehört, gewesen sein muss. Die Häftlinge waren mit bis zu acht Personen in kleinen, fensterlosen Räumen untergebracht, in denen sie nur stehen durften – außer zum Schlafen. Die Führung fand im ehemaligen innersten Teil des gesamten Sperrgebietes statt. Nach der Besichtigung der Gedenkstätte fuhren alle zurück zur Bahnstation Warschauer Straße, von wo aus sich bis 22 Uhr kleine Gruppen den Weg durch Berlin bahnten.
Nach einer – nicht für alle – erholsamen Nacht begann der nächste Tag um acht Uhr mit einer dreistündigen Stadtführung, beginnend am Hotel. Auch wenn nicht alle dieselbe Route gelaufen sind und nicht alle ganz zufrieden waren, da sie in einer Berliner Stadtführung nicht einmal das Brandenburger Tor zu Gesicht bekamen, wurde doch eindrucksvoll vermittelt, wie aus ehemaligem Stadtrand unmittelbar an der Berliner Mauer nach dem Mauerfall Stadtmitte wurde. Dies erklärt, wie der drastische Unterschied zwischen „Sozialbau“ und „luxuriösen“ Wohnungen direkt in der Innenstadt entstehen konnte. Im weiteren Verlauf des Tages besichtigte die elfte Stufe des Burg-Gymnasiums das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“. Hier wurde den Schülerinnen und Schülern die NS-Zeit näher gebracht, da sich auf dem Gelände des Dokumentationszentrums die ehemaligen Verfolgungsinstitutionen des Regimes befunden hatten. Ab nun hatten die Schülerinnen und Schüler wieder Zeit, Berlin auf eigene Faust zu erkunden. An diesem Tag war der Zapfenstreich für 22:30 Uhr angesetzt, welchen, wie für einen guten Schulausflug üblich, einige Schüler verpassten. Dies war für den nächsten Tag (und für die Auswahl des Verfassers dieses Textes) nicht ganz unwichtig.
Am Mittwoch liefen die Klassen nochmals durch Berlin und schauten sich verschiedenste historische und berühmte Orte an. Vom Hotel aus ging es zum Brandenburger Tor, weiter zur Humboldt-Universität, von hier aus zum Gendarmenmarkt mit Deutschem und Französischen Dom, wo uns leider eine Baustelle erwartete, am Humboldt-Forum, wo ehemals das Berliner Schloss stand, vorbei zu den Statuen von Karl Marx und Friedrich Engels, weiter zum Roten Rathaus und zum Alexanderplatz. Gegen Mittag fand dann eine Führung im Stasimuseum, in der ehemaligen Zentrale des MfS, statt, in welcher nochmals eine schöne Verknüpfung mit dem Geschichtsunterricht ermöglicht wurde. Nach der Führung stand ein weiterer mit Freizeit verbrachter Nachmittag an. Gegen Abend trafen sich die 11a und 11b schließlich im Treptower Park. Auch hier gab es selbstverständlich Verspätungen vieler Schülerinnen und Schüler. Die Wege der Klassen trennten sich zunächst wieder, sie sahen sich allerdings später nochmals am Sowjetischen Ehrenmal. Hier hielten zwei der Schüler, die den Zapfenstreich am Vortag verpasst hatten, ein Referat für die gesamte Klasse, um zunächst (teilweise sehr) grobe Informationen zum Ehrenmal zu geben, bevor sich die Schülerinnen und Schüler die Statuen und Stelen anschauten und feststellten, dass die Sowjetunion die ersten zwei Jahre des Zweiten Weltkrieges, in denen sie selbst Täter war, wegließ und sich ausschließlich als Opfer des Angriffs durch die Deutschen darstellte. Dazu stellte man fest, wie absurd es ist, dass das etwa 10 Hektar große Gelände unmittelbar nach Kriegsende – in Zeiten des Material- und Wohnungsmangels – aufgebaut wurde und dank 2+4-Verhandlungen bis heute gepflegt wird, einschließlich vergoldeter Stalin-Zitate.
Nach der letzten Nacht trat die Stufe elf des Burg-Gymnasiums morgens den Heimweg an. Ein letztes Mal ging es per S-Bahn zum Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen, von wo aus der IC auf direktem Wege Richtung Bad Bentheim fuhr. Am frühen Nachmittag traf der Zug am Bentheimer Bahnhof ein und die Schülerinnen und Schüler konnten sofort den Weg nach Hause antreten.
Text: Mattis Diekel, 11a