Das Projekt „Nachhaltigkeit in Bad Bentheim“ der Projektwoche am Burg-Gymnasium unter der Leitung von Amelie und Timo Gruber beschäftigte sich mit dem Begriff der Nachhaltigkeit und deren Umsetzungsmethoden vor Ort. Nach einem ersten Einstieg wurden die 17 Nachhaltigkeitsziele und die Agenda 2030 theoretisch bearbeitet. Einen Schwerpunkt des Projektes bildete die ökologische und konventionelle Landwirtschaft – hierbei hatten sich die Schüler*innen mit Hilfe eines Films über zwei verschiedene Landwirte informiert und sich mit den Unterschieden zwischen den genannten Arten der Landwirtschaft befasst.
Um sich dem Thema auch persönlich nähern zu können, besuchte die Gruppe einen Bauernhof am Dienstag, den 18.06.2024 und interviewte den dortigen Landwirt Holger Bus von der Waldseite Bad Bentheim zu seinen Methoden der Nachhaltigkeit. Natürlich wurde der Hof CO2-neutral zu Fuß aufgesucht. Am Folgetag hieß es Stiege hoch, Stiege herunter: ein Besuch bei der Bogengemeinschaft „An der Müst“ und auf Peter Wierings Streuobstwiese stand auf dem Programm der Schüler*innen. Dort bauten sie mit deren Hilfe Bienenhotels. Der Imker Henk präsentierte den neuen Bienenunterstand und klärte über seine Honighelfer auf. Finanziell unterstützt wurde die Aktion von der Bürgerstiftung Bad Bentheim.
Interview mit dem Landwirt Holger Bus
Das folgende Interview ist durch Informationen des Projektes „Nachhaltigkeit in Bad Bentheim“ zustande gekommen. Der Bauer Holger Bus probiert seit einiger Zeit seinen Betrieb nachhaltiger zu führen.
Leevke: Wie lange sind sie schon als Landwirt tätig?
Herr Bus: Seit 1996, also seit 28 Jahren.
Leevke: Warum sind Sie Landwirt geworden?
Herr Bus: Es macht mir viel Spaß und wurde mir gewissermaßen in die Wiege gelegt.
Leevke: Was macht Ihnen Spaß am Landwirtsein?
Herr Bus: Das selbstständige Arbeiten.
Leevke: Sind Sie Biobauer? Und benutzen Sie Pestizide?
Herr Bus: Nein, wir sind kein Biobetrieb und benutzen auch Pestizide.
Leevke: Haben Sie den Betrieb vererbt bekommen? Wie groß ist dieser?
Herr Bus: Ja. Auf unseren Betrieb werden insgesamt 75 Hektar bewirtschaftet.
Leevke: Was haben Sie für Tiere und wie viele?
Herr Bus: Wir haben 130 Kühe, Hunde, Katzen und Kaninchen.
Leevke: Auf was sind sie spezialisiert?
Herr Bus: Wir sind ein Milchbetrieb.
Leevke: Ist es schwierig, die jüngeren Generationen für den Job zu interessieren?
Herr Bus: Nein, es gibt viele Landwirte, die den Hof übernehmen und mittlerweile auch viele Quereinsteiger.
Leevke: Was sind ihre größten Probleme?
Herr Bus: Die strengen Vorgaben, an die wir uns halten müssen.
Leevke: In welchen Bereichen arbeiten Sie nachhaltig?
Herr Bus: Wie teilen uns mit anderen Landwirten Maschinen, die wir vorher gemeinsam anschaffen. Manche Maschinen sind sehr teuer und brauchen wir nur ab und zu. Dann sprechen wir uns über das Handy ab, wer die Maschine wann benötigt. Man muss nicht immer sofort Unkraut spritzen, man kann auch kleine Unkräuter umgraben. Außerdem haben wir eine Photovoltaikanlage, mit der wir unseren eigenen Strom produzieren. Den nutzen wir dann für die Kühlung der Milch von 37°C auf ca. 20°C. Dadurch sparen wir schon viel Strom. Das passiert an einem Wärmetauscher, der zugleich Wasser erwärmt. Die Kühe trinken dann das angewärmte Wasser, was sie lieber mögen. Langfristig werden wir vielleicht auch noch eine weitere Photovoltaikanlage und einen Speicher anschaffen. Wir bauen den größten Teil des Futters selbst an, mischen es frisch vor Ort an für unsere Milchkühe. Nun kaufen wir noch Rapsschrot anstatt Sojaschrot. Rapsschrot ist um einiges nachhaltiger und günstiger. Das Rapsschrot wird für die Kühe als Kraftfutter in das normale Futter gemischt. Das passiert durch einen Futtermischwagen („Thermomix der Kühe“).
Text: Nicole Westphal (12), Patricia Geerts (12), Leevke Heemann (6a), GRA