Burg-Gymnasium
Bad Bentheim

Abiturentlassfeier am BGB 2024

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Am Vormittag des 22. Juni 2024, traditionsgemäß einem Samstag, entließ das Burg-Gymnasium Bad Bentheim die jungen Erwachsenen der Jahrgangsstufe 13 aus dem Schulleben. Schulleiter Ingo van Verth begrüßte Gäste und Schulangehörige und gratulierte den Abiturientinnen und Abiturienten zur allgemeinen Hochschulreife. Die 70 „hoffnungsfrohen jungen Menschen“ hätten einen guten Durchschnitt von 2,4 erzielt, darunter seien 16 mit einer Eins vor dem Komma. Trotz des Durchschnittswerts seien sie kein „Durchschnittsblock“, sondern Individuen mit „sehr unterschiedlichen Noten, aber auch Nöten, Erfahrungen, Talenten, Ängsten, Wünschen, Erwartungen“, wofür sie alle geschätzt würden.

Über den künftigen Weg der Abiturienten als soziale und politische Wesen mache sich van Verth keine ernsthaften Sorgen. Dennoch betonte er, dass „die Welt da draußen“ nicht einfacher geworden sei: Seit über zwei Jahren gebe es Krieg in Europa; der Nahost-Konflikt sei brutal aufgeflammt. Die Demokratie sei vielerorts in Bedrängnis geraten; es gebe Tendenzen zu Polarisierung und Gewalt; all das bereite Sorgen. Daher brauche es in einer solchen Zeit Menschen, die bereit seien, sich zumindest als Teil des Lebens auch „dem Großen und Ganzen“ zu widmen, „sei es als noch so kleines Rädchen“. Gemeint seien damit beispielsweise ehrenamtliche Arbeit oder das Eintreten für Demokratie und gemeinsame Werte.

Das BGB hätte dafür ein solides Fundament gelegt. Als allgemeinbildendes Gymnasium sehe man sich nicht als Ausgangsbasis einer „Schmalspurbahn für eine Berufsausbildung“, sondern stehe man für umfassende Bildung, die besonders für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eintrete. Der Schulleiter wünschte den Absolventen alles Gute für den weiteren Lebensweg, liebe Menschen zur Begleitung, „Erfolg auf allen Ebenen“ und die richtige Portion Glück. 

Olymp und Oscar

Ungewöhnlich bei der diesjährigen Entlassfeier war, dass der Dezernent des Regionalen Landesamts für Schule und Bildung in Osnabrück erschien. Detlev Heinrich, Leitender Regierungsschuldirektor, bestätigte, dass beim BGB-Abitur 2024, einem sogenannten Dezernentenabitur, „alles korrekt“ gelaufen sei. In seiner altphilologisch gefärbten Rede zeigte er beispielsweise rhetorische Mittel auf, die auch die Abiturienten zu analysieren hatten, oder klärte über die Herkunft des Wortes Abitur auf und verknüpfte die grammatische Form des Partizip Futur Aktiv (abiturus) mit Asterix-Wissen (morituri te salutant). Das Abitur nannte er ein „erstes Plateu“, es sei noch nicht der Olymp. Zu diesem ersten Erfolg – noch nicht das Endziel – gratulierte er.

Die stellvertretende Landrätin Charlotte Ruschulte nahm sich besonders des Abiturmottos an: „13 Jahre Walk of Fame – die Stars gehen, die Fans bleiben“. Vor 13 Jahren hätten die Schüler wie kleine Nachwuchsschauspieler die Bühne der Schule betreten, heute könnten sie „teils Oscar-verdächtige“ Ergebnisse vorweisen. In den Filmen ihrer Laufbahn hätten die Schüler die Hauptrolle gespielt, die Lehrer seien die Regisseure gewesen. Den Landkreis als Schulträger bezeichnete sie als Filmproduzenten, der auch in Zukunft gute Voraussetzungen schaffen werde, „um die notwendige Kulisse für ruhmreiche und anspruchsvolle Produktionen“ im BGB bereitzustellen. Ruschulte wünschte den Abiturienten viel Erfolg, sie werde interessiert verfolgen, „wie viele Oscars Sie auf Ihrem weiteren Weg“ – auch außerhalb der Kreisgrenzen – erlangen würden. „Zeigen Sie diese gerne, wenn Sie in die Grafschaft zurückkehren“.

Leben, Universum und Rest

Für das Lehrerkollegium sprach Anita Huisjes. Sie begann ihre Rede mit der „endgültigen Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“, wie sie Douglas Adams in seinem Werk „Per Anhalter durch die Galaxis“ aufwirft. Nach diesem gewitzten Einstieg bog sie auf ihr zurückliegendes Seminarfach Glück ab, in dem sie mit den Schülerinnen und Schülern unterschiedliche Glücksauffassungen untersucht hatte. Näher als Epikur, der Glück als Anwesenheit von Freude (bzw. Lust) und als Abwesenheit von Leid umriss, schien Huisjes Aristoteles zu sein, der Glück in der Verwirklichung von Potenzialen sah: Glück als Freude am Lernen, als Begeisterung für das Entdecken, als Zufriedenheit aus Erreichtem – all das kennten die Abiturienten aus dem Schulalltag. Dieses Glück sei beständiger als jenes flüchtige.

Auch das Glück in Beziehungen und in der Gemeinschaft sei den Abiturienten bekannt: Sie hätten in der Schule Freundschaften geschlossen, seien gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen, hätten sich gegenseitig unterstützt, hätten zusammen gelernt, gelacht und auch gestritten. Huisjes betonte, die Abiturienten hätten Werkzeuge und Wissen erworben, um ihre Träume zu verwirklichen und ihr Glück zu finden. Die Lehrerin beglückwünschte sie zu ihrem Erfolg und ermunterte sie: „Seid glücklich!“

Wetterbericht und Wechselunterricht

Lilly Rosenski hielt darauf ihre Rede für die Abiturientia. Auch sie nahm sich des Abimottos an und gab einen Überblick über die unterschiedlichen Charaktere der Spezies Lehrer. Im Zentrum der Rede stand aber der Rückblick auf neun Jahre am BGB, die mit Fotos auf der Leinwand veranschaulicht wurden. 2015 seien sie als kleine Fünftklässler an die Schule gekommen, hätten sich als unwissende Neuankömmlinge in den ersten Wochen in den Fluren verlaufen. Sie hätten aber auch neue Freundschaften geschlossen und die erste Klassenfahrt bestritten.

In die sechste Klasse seien sie „noch motiviert“ gestartet, ohne zu wissen, wie viel „Spaß“ die neue Fremdsprache bereiten würde. „Die Franzosen unter uns denken da gerne an unseren ersten französischen Wetterbericht zurück“, den sie nach etwa einen halben Jahr hätten halten dürfen „und der netterweise von Herrn Kern gefilmt und danach mit allen zusammen analysiert wurde“. Was Lateiner und Niederländer gemacht hätten, sei Rosenski „bis heute ein Rätsel“ geblieben.

In der neunte Klasse habe Corona zugeschlagen, was bedeutet hätte, knapp zwei Jahre lang  unter erschwerten Bedingungen zu lernen. Mit Homeschooling habe sich niemand ausgekannt „und die Lehrer haben das Aufgaben-Modul anfangs zum Glück noch nicht so ganz verstanden“. Mit Ausflüchten wie defektes WLAN oder kaputtes Mikrofon habe man sich geholfen. Dann die Rückkehr zum Wechselunterricht mit A- und B-Wochen, Coronatests, Maskentragen und Stoßlüften – „so einige Male mussten wir ziemlich frieren“. Am Ende der zehnten Klasse sei Herr van Verth, damals stellvertretender Schulleiter, gekommen und habe gesagt: „Ihr könnt kein Abschlusszelten machen. Wir haben eine Inzidenz von 10.“ Die Abiturientin bemerkte lapidar: „Zur Erinnerung: Zu Spitzenzeiten lag diese bei weit über 1000. Wir haben es trotzdem gemacht und damit feierlich die 10. Klasse beendet“.

Die Oberstufe sei rasant vorbeigegangen, so Rosenski, hier in ein paar Stichworten zusammengefasst: Falschparker auf dem Parkplatz, nicht abgewaschenes Geschirr im Stufenraum, ebenda Entspannung und Gespräche über Noten und Unterricht, Kurse mit Kuchenlisten. In schönster Erinnerung seien die Studienfahrten nach Amsterdam, Kopenhagen und London geblieben; krönender Abschluss sei die Mottowoche vor den Osterferien – kurz vor den schriftlichen Abiturprüfungen – gewesen. Mit einem Video verabschiedete sich die Stufe visuell auf der Leinwand: Einzeln winkten die Absolventinnen und Absolventen in die Kamera.

Steuererklärungen und Waschmaschinen

Als Vertreterin für die Eltern sprach Barbara Rüggen. Die Eltern hätten sich seit dem Tag der Geburt ihrer Kinder vorgenommen, sie zu unterstützen, zu lieben und zu ermutigen. An diesem Tag der Schulentlassung würden sich die Eltern an die ersten Schritte, die erste Worte der Kinder und unzählige Momente dazwischen zurückerinnern, die zeigen würden, wie schnell die Zeit vergehe. An diesem Tag hätten sie einen „ganz besonderen Meilenstein zu feiern“.

Nun stünden die Kinder an der Schwelle zur Freiheit, was bedeuten würde, sie kämen „in der Welt der Steuererklärungen und Waschmaschinen“ an, so Rüggen hier ironisch. Die Rednerin, „überwältigt von Stolz“, zeigte sich am Abschluss der Schulkarriere der Abiturienten sehr dankbar, zu den „Eltern solch bemerkenswerter junger Menschen“ zu gehören. „Ihr seid unsere Hoffnung für eine bessere Zukunft und wir sind überzeugt, dass ihr alles erreichen könnt, was ihr euch vornehmt“, so ihr optimistischer Ausblick. Sie schloss mit Glückwünschen und dem Appell an Söhne und Töchter: „Bleibt hungrig, bleibt töricht – aber bitte meldet euch ab und zu mal bei uns!“

Anschließend bekamen die Abiturientinnen und Abiturienten die Zeugnisse von ihren Tutorinnen und Tutoren überreicht, der Schulleiter gratulierte herzlich. Besondere Leistungen erhielten eine Würdigung. Für die musikalische Zier der zweistündigen Feier sorgten die Absolventinnen Sina Klompmaker, Imke Kolhof, Leni Drews und die Lehrerin Tomke Boomgaarden sowie die Lehrerband.

Text und Bilder: HUM
Dieser Bericht findet sich auch bei den Grafschafter Nachrichten.

Abiturientinnen und Abiturienten

Fleur Aaftink, Xiomara Augustijn, Loris Badeau, Maike Beckhaus, Jule Beckmann (1,6), Theresa Berger, Luca Max Bergmann, Emilia Bodenkamp, Nele Bökenfeld (1,8), Daniel Brunell, Insa Brüning, Alina Diekamp (1,4), Leni Sophie Drews, Maja Eilering (1,1), Marlena Eilering (1,9), Guiliano Eilers, Pia Elsner, Charlott Everskemper, Maren Feldhues (1,2), Annika Freitag, Aliya Friesen, Frauke Goldschmitt, Jorina Grävemäter, Ole Grobbe, Leonie Gründemann, Emmie Haarsma, Lars Hagmann (1,0), Marten Hanfeld, Ben Heckmann, Nele Herwing (1,3), Edin Hot, Julia Hüseman, Franka Kerkhoff, Sina Klompmaker (1,1), Malte Knöpker, Ina Kock, Tom Gerd Köhler, Imke Kolhof, Jana Krabbe, Niklas Kühlmann, Luca Lagemann, Ann-Cathrin Loh (1,9), Marvin Mai, Manoah Martens, Lennart Matheis, Julian Mennebäck, Marie-Thérèse Mohlberg, Emma Pauline Nyenhuis, Nils Pellens, Lilly Rosenski, Jana Rüggen (1,6), Giovanni Schulte, Anne-Marie Schulze (1,9), Jesse Hermann Slüter, Lukas Stemberg (1,6), Julia Strzelecka, Boris ten Barge, Tomke Terwey, Sarah Sophie Thiemann, Réka Toss, Emily Turck (1,9), Thijmen van Dijk, Janna van Verth (1,6), Mia Volkery, Mara Vorbrock, Alina Werp, Marie Wiesner, Franziska Zika (1,5).

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