Am 10. Juni 2024 besuchte der Geschichtsleistungskurs der Stufe 12 des Burg-Gymnasiums das Kreis- und Kommunalarchiv in Nordhorn. Empfangen wurde der Kurs von Dr. Regina Göschl, die seit Dezember 2022 die neue Kulturmanagerin und Museologin der Kulturabteilung des Landkreises ist. Der Kurs durfte sich ihre neue Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Aufarbeitung“ ansehen und etwas darüber lernen, wie der Mauerfall am 9. November 1989 und die Zeit danach u.a. für die Grafschaft Bentheim ausgesehen haben.
Zu Beginn gab es für den Kurs einen kleinen Einstieg ins Thema und eine kurze Vorstellung des Archivs. Leider durfte der Kurs nur einige beispielhafte Archivalien bewundern, darunter alte Urkunden oder Schriftstücke aus dem 18. Jahrhundert; die Magazinräume selbst waren geschlossen.
Zum 35-jährigen Jubiläum des Mauerfalls stellte die Stiftung „Aufarbeitung“ einige informative Plakate zum Mauerfall zur Verfügung. „Mal eben nach Nordhorn“ nannte Göschl den Teil der Ausstellung, der darüber informierte, welche Bedeutung der Mauerfall für die Grafschaft hatte. Die Plakate enthielten informative Texte, Bilder aus der Zeit, alte Dokumente und QR-Codes, hinter denen sich erweiternde Online-Inhalte verbargen. Inhaltlich wurden Informationen über Niedersachsen und die DDR, über die Grafschaft und die DDR (vor allem Nordhorn) bis hin zur Städte- und Kreispartnerschaft mit der Stadt Reichenbach im Vogtland zur Verfügung gestellt. Zu entnehmen war den Plakaten unter anderem, dass einige DDR-Bürger nach dem Mauerfall nur für kurze Besuche nach Nordhorn gekommen waren, was für uns heutzutage nicht mehr allzu besonders wirken mag, für die Leute in damaliger Zeit jedoch eine wahre Sensation darstellte.
In einer anschließenden Gruppenarbeit, in der die Schüler und Schülerinnen des Leistungskurses mit Quellen aus den Jahren 1988 und 1989 arbeiten durften, wurde das Thema der Kreis- und Städtepartnerschaft mit der Stadt Reichenbach vertieft. Danach sah sich der Kurs ein informatives YouTube-Video zum Thema „Verkorkste Wiedervereinigung – Ausverkauf des Ostens?“ an, in dem es um die persönlichen Fragen und die Angelegenheiten des Alltags der Menschen nach der Wiedervereinigung ging und darum, ob die Wiedervereinigung gelungen war oder ob sie die Probleme für einige Leute nicht doch weiter zugespitzt hatte.
Der Kurs durfte anschließend darüber diskutieren, ob die Wiedervereinigung tatsächlich zu Teilen als „verkorkst“ bezeichnet werden könne. Die Schüler und Schülerinnen kamen zum Entschluss, dass dies aus heutiger Sicht nicht leicht zu bewerten sei. Vor allem sei es für uns heutzutage schwierig, zu beurteilen, was die Regierung zu damaligen Zeiten hätte anders machen sollen – etwa: längere Zweistaatlichkeit trotz anhaltender Ost-West-Wanderung?
Der Geschichtsleistungskurs bedankt sich recht herzlich bei Dr. Regina Göschl für den sehr freundlichen Empfang im Kreisarchiv und für die Vorstellung des Archivs und der Ausstellung „Mal eben nach Nordhorn“!
Text: Louisa Prondzinski (Jgst. 12)