Zum 8. Mai 2025 waren die Jahrgangsstufen 12 des Missionsgymnasiums St. Antonius und des Burg-Gymnasiums sowie deren Geschichtslehrer zu einer besonderen Vorstellung eines Films in Kombination mit einem Streichquartett eingeladen, die am Missionsgymnasium stattfand. Gezeigt wurde „Triumph des Willens“, der NS-Propagandafilm von Leni Riefenstahl über den Reichsparteitag 1934. Das Besondere: Statt der Originalmusik des Films erklangen Kompositionen von Erich Wolfgang Korngold und Dmitri Schostakowitsch. Film und Musik zeigten gewissermaßen „parallele Wahrheiten“. Die Musik spielte das preisgekrönte „Alma Quartet“ aus Amsterdam, es besteht aus Marc Daniel van Biemen, Benjamin Peled, Jeroen Woudstra und Clément Peigné.
Das Quartett änderte die Wirkung des Films entscheidend. Die eigentliche Intention des Films, starke, disziplinierte und vereinte Macht darzustellen, „die Deutschland wieder zu Größe führen“ würde, wurde konterkariert. Dank der Musik entstand ein Gegenpol zu den Bildern – und die Musik wirkte stärker auf das Publikum als der Film.
Der 8. Mai wurde gewählt, da es der Tag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands (Tag der Befreiung) im Jahr 1945 war, der das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa darstellt. In einem kurzen Vortrag erläuterte der Geschichtsfachobmann Magnus Kalk die historischen Hintergründe zum Film. Sein Kollege, der Politikfachobmann Henning Sprey betonte, wie aktuell und gefährlich Propaganda auch heute noch sei – nicht zuletzt in den sozialen Medien.
Die Vorstellung stand unter dem Motto „Nie wieder!“, wie der Schulleiter des Missionsgymnasiums, Markus Lammers, eingangs erklärte. Das Motto sollte die Dringlichkeit hervorheben, die Geschichte nicht zu wiederholen und sich nicht beeinflussen zu lassen, damit so etwas, wie im Film zu sehen, nicht noch einmal passiert.
Nach dem Film wurden die Ergebnisse eines Schreibwettbewerbs der 12. Stufen beider Gymnasien verkündet und die besten drei Ergebnisse vorgestellt. Die Schüler hatten sich kritisch mit modernen Formen der Manipulation durch Propaganda auseinandergesetzt – von Social-Media-Algorithmen bis zu politischer Hetze. Den ersten Platz belegte Nora Wewel vom Missionsgymnasium mit ihrer Kurzgeschichte „Du siehst nur, was ich dir zeige“; sie schilderte einen Tag aus der Sicht eines Algorithmus. Es folgte Carlotta Schnieders vom Burg-Gymnasium mit Überlegungen zu Propaganda. Den dritten Platz belegte Leonie Grote vom Missionsgymnasium mit ihrem Gedicht zu Propaganda und der Wichtigkeit, politisch aktiv zu sein. Die Schulen und vor allem die Schüler der beiden Stufen 12 bedanken sich herzlich bei den Organisatoren für die eindrucksvolle Veranstaltung!
Text: Flora Sonntag, Felix Brinkmann (beide Jgst. 12)