Burg-Gymnasium
Bad Bentheim

Erfahrungen bei Deutscher Schüler-Akademie

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Die Bewerbung
Mitte Januar erreichte mich eine E-Mail von Frau Greiwe über die Deutsche Schüler-Akademie (DSA), die sofort meine Begeisterung weckte. Die Vorstellung, mich außerschulisch intensiver mit meinen Interessen auseinanderzusetzen zu können, faszinierte mich von Anfang an. Die DSA richtet sich an besonders leistungsfähige und motivierte Schülerinnen und Schüler der 11. und 12. Klasse, die über eine hohe Lern- und Leistungsbereitschaft sowie eine breite Interessenausrichtung verfügen. In den zwei Wochen werden ungefähr 50 Stunden Unterrichtszeit geboten, die durchaus auch auf bis zu 60 Stunden ansteigen können. Ein typischer Akademietag war klar strukturiert und bot neben dem intensiven Unterricht vielfältige Freizeitaktivitäten.

Es stehen zwei Wege für die Anmeldung offen: die Anmeldung als Privatperson oder als Schulvorschlag. Dank Frau Greiwes Unterstützung konnte ich mich über die Schule anmelden. Hierfür benötigt man ein Empfehlungsschreiben eines Lehrers. An dieser Stelle möchte ich Frau Kramer herzlich danken, die bereit war, ein wundervolles Empfehlungsschreiben für mich zu verfassen. Ebenso gilt mein Dank Frau Greiwe, ohne die ich niemals auf die DSA aufmerksam geworden wäre.

Kurswahl und Zulassung
Nach der Bewerbung erfolgt im März die Kurswahl. Das vielfältige Angebot umfasst Themenfelder wie Medizin, Mathematik, Naturwissenschaften, Sprachen, Psychologie, Philosophie und Musik, wobei jeder Bereich mehrere spezialisierte Kurse bietet. Man kann bis zu fünf Wünsche in Prioritätsreihenfolge angeben, wobei der Erstwunsch die höchste Priorität besitzt. Ich beschränkte mich auf drei Kurse, da meine Interessen hauptsächlich in der Physik liegen.

Mein Erstwunsch war der Kurs „4.2 – Noether und die Ordnung des Universums“, der mich aufgrund meiner Begeisterung für Astrophysik besonders ansprach. Als Alternativen wählte ich zwei weitere astrophysikalische Kurse. Ende April kam die erlösende Nachricht: Ich wurde angenommen und erhielt einen Platz in meinem Wunschkurs.

Der Kurs und seine Vorbereitung
Die Kurse finden in verschiedenen „Akademien“ statt, die über ganz Deutschland verteilt sind. Jede Akademie beherbergt fünf bis sechs Kurse. Die Zeiträume erstrecken sich von Anfang Juli bis Ende August. Mein Kurs fand vom 17. Juli bis 2. August 2025 im schönen Marstall Clemenswerth in Sögel statt.

Zur Vorbereitung erhielten wir, die Teilnehmer, von unseren beiden Kursleitern ein Mathematikskript, um die notwendigen mathematischen Grundlagen zu erlernen oder aufzufrischen. Diese Vorbereitung erwies sich als äußerst wertvoll für das Verständnis der Themen, da diese sehr weit über den Horizont der Schule hinausragten.

Inhalte und Arbeit im Kurs
Der Kurs „4.2 – Noether und die Ordnung des Universums“ widmete sich dem gleichnamigen Noether-Theorem, das Emmy Noether vor etwa 100 Jahren entwickelte. Dieses fundamentale Theorem stellt die Verbindung zwischen Symmetrien und Erhaltungsgrößen her und bildet einen wesentlichen Grundpfeiler der modernen Physik. Es zeigt auf elegante Weise, dass jede Symmetrie in der Natur zu einer Erhaltungsgröße führt: Die Impulserhaltung folgt aus der Symmetrie unter Raumverschiebungen, die Drehimpulserhaltung aus der Invarianz unter Drehungen und die Energieerhaltung aus der zeitlichen Unveränderlichkeit der Naturgesetze.

In den ersten Tagen beschäftigten wir uns intensiv mit dem Lagrange-Formalismus und dem Noether-Theorem, die uns im universitätsähnlichen Stil vermittelt wurden. Auf allgemeinen Wunsch machten wir auch einen kurzen Ausflug in die Quantenmechanik: Wir analysierten das Stern-Garlach-Experiment und berechneten anschließend den Spin eines Elektrons.

Den größten Teil des Kurses arbeiteten wir in verschiedenen Gruppen. Regelmäßig erhielten wir neue Aufgaben und Themenbereiche, die wir gemeinsam bearbeiten mussten. Einige bekannte Themen, die wir bearbeitet haben, waren einmal der Higgs-Mechanismus, die globale & lokale U(1)-Symmetrie und die Symmetrie der Wellenfunktion, mit späterem Einblick in die Gravitation. Alle Gruppenergebnisse wurden später dem gesamten Kurs präsentiert und in unserem DSA-Journal dokumentiert. Dieses Journal diente als umfassende Sammlung aller behandelten Themen und Ereignisse der Wochen und wurde uns als bleibende Erinnerung zur Verfügung gestellt.

Die Dokumentationsarbeit empfanden wir als das herausforderndste Element des Kurses, da sie unfassbar zeitintensiv und umfangsreich war. Allerdings lehrte uns der Aufbau der Berichte nach wissenschaftlichen Standards bereits früh, wie akademische Arbeiten strukturiert und fachgerecht verfasst werden. Dasselbe galt für die wissenschaftlichen Präsentationen und Poster, die wir gestalteten. Diese erlernten Grundlagen haben uns geholfen, als wir mit echten „Research Papers“ (publizierte Forschungsarbeiten) arbeiten mussten.

Vielfältige Aktivitäten
Etwa eine Woche nach Akademiebeginn fand der „Rotationstag“ statt, an dem jeder Kurs seine Themen und Inhalte den anderen Teilnehmern vorstellte. Dies ermöglichte einen wertvollen Einblick in die Arbeit der anderen Kurse, da man sonst wenig kursspezifische Dinge voneinander mitbekommen hatte.
Die „KüAs“ (Kursübergreifende Angebote) bildeten einen besonderen Höhepunkt der Akademie. Diese reichten von Debattierclubs und Improtheater über Handarbeitsangebote und Backaktionen bis hin zu Gesellschaftsspielen wie Werwolf, Tichu und Poker. Besonders in Erinnerung bleiben mir die nächtlichen inoffiziellen Spaziergänge durch den anliegenden Park. Sportliche Angebote wie Joggen, Klimmzugtraining, Paartanz und verschiedene Ballsportarten rundeten das Programm ab. Spontan bot ich in der letzten Woche selbst ein KüA an, als ich erwähnte, dass ich (schriftliche) Stenographie beherrsche. Sofort zeigten mehrere Freunde Interesse und es entstand eine neue Möglichkeit, etwas Neues zu lernen. Das Motto der DAS ist nämlich unter anderem: „Die Akademie ist, was du aus ihr machst!“

Die KüAs erwiesen sich als idealer Ort für den Austausch mit anderen Teilnehmern und die Entstehung von Freundschaften. Da alle Anwesenden ähnliche Eigenschaften wie Neugier, Wissensdurst und Aufgeschlossenheit teilten, entstanden schnell tiefe Verbindungen und gemeinsame Erlebnisse.

Exkursionen und musikalische Angebote
In der ersten Woche unternahmen wir trotz schlechten Wetters eine Exkursion mit verschiedenen Optionen: Bouldern in Lingen, Besuch der Universität Münster, des Stadtmuseums oder des LWL-Museums in Münster.

Ein besonderes Highlight bildeten die musikalischen Angebote unter der fantastischen Leitung von Claudia Sandig. Sie stellte einen Chor, ein Kammerorchester, ein Vokal-Ensemble, eine Jazz-Combo und eine Band zusammen. Alle Gruppen probten täglich ein bis zwei Stunden für das abschließende Konzert in der Kirche von Sögel. Die Chor-Proben waren sehr angenehm und haben jeden Tag sehr viel Spaß gemacht. Zusätzlich bot Claudia abendlichen „Unterricht“ für alle Musikbegeisterten an, bei dem man beispielsweise an seinem Gesang arbeiten oder Stücke mit ihrer Hilfe verbessern konnte.

Gemeinschaft und Atmosphäre
Das gesamte Klima der DSA zeichnete sich durch eine außergewöhnlich angenehme Atmosphäre aus. Das durchgehende Duzen und die Begegnung der Akademie- und Kursleitung (AKL) mit den Teilnehmern auf Augenhöhe schufen ein Umfeld, in dem der Kontakt zu ihnen genauso herzlich, lustig und entspannt war wie zu den Gleichaltrigen. Während der gesamten Akademie standen uns die Leiter für Fragen zu Studiengängen oder PhDs (Promotion) zur Verfügung und beantworteten alle unsere Anliegen sehr ausführlich und kompetent. Es war sehr spannend zu erfahren, was für Themen, und vor allem Schwierigkeiten, die AKL in ihren PhDs haben bzw. hatten.

Fazit
Die Deutsche Schüler-Akademie bot mir eine einzigartige Gelegenheit, mich intensiv mit meinen Interessen auseinanderzusetzten, neue Freundschaften zu schließen und wertvolle Erfahrungen für meine Zukunft zu sammeln. Die Kombination aus anspruchsvollen wissenschaftlichen Inhalten, vielfältigen Aktivitäten und der besonderen Gemeinschaftsatmosphäre machte diese Zeit zu einem unvergesslichen Erlebnis, welches ich nur weiterempfehlen kann!

Text: Jana Krauß (Jgst. 12)
Bilder: Jana Krauß, DSA

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