Hast du größere Nasenöffnungen? Irgendwie auch größere Augenhöhlen? Und du hast dich schon immer gefragt, ob du zur Art der Neandertaler gehörst? Nicht ganz so, aber doch so ähnlich erging es den Biologie-Leistungskursen der Stufen 12 und 13. Deshalb machten sich die beiden Kurse am 16.12.2025 auf den Weg nach Osnabrück ins Schüler-Labor der Universität, um mittels einer Gelelektrophorese herauszufinden, ob sie Gene der Neandertaler besitzen. Denn im Durchschnitt teilt der moderne Mensch 2% seiner DNA mit der der Neandertaler. Zu Beginn wurde eine DNA-Probe aus dem Speichel entnommen und mittels PCR (Polymerase-Kettenreaktion) vervielfacht. Danach wurde die Probe mithilfe von Enzymen an einer bestimmten Basensequenz geschnitten und mit einem Farbstoff markiert. Anschließend wurde die jeweilige Probe in eine Elektrophoresekammer aufgetragen, in der sich die DNA-Gemische trennten und sogenannte DNA-Banden entstanden. Je nachdem, wie lang die DNA-Fragmente sind und an welcher Stelle eine Bande entsteht, ist die zu untersuchende DNA zweifelsfrei dem modernen Menschen oder dem Neandertaler zuzuordnen.
Zu beachten ist jedoch, dass nur ein kleiner Ausschnitt der DNA untersucht wurde und somit nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich auf einem anderen Teil des Genoms Neandertaler-DNA befindet. Um anzugeben, ob für den untersuchen Genort Neandertaler-DNA vorhanden ist, wird in zwei Fälle unterschieden: Heterozygote (mischerbige) Individuen weisen zwei verschiedene Allele auf, das heißt sie haben von einem Elternteil die Erbinformation des Neandertalers, vom anderen Elternteil die des modernen Menschen erhalten. Homozygote (reinerbige) Individuen haben von beiden Elternteilen die gleiche Erbinformation erhalten.
Folgende Ergebnisse konnten wir in Osnabrück erzielen: Stufe 13: 2x homozygot moderner Mensch, 2x heterozygot, 1x homozygot Neadertaler; Stufe 12: 3x homozygot moderner Mensch, 2x heterozygot. Hingewiesen sei noch darauf, dass die untersuchten Genorte nicht für bestimmte Merkmale codieren. Es ist also nicht möglich, von den genetischen Befunden auf bestimmte Merkmale zu schließen – schade eigentlich.
Text: Hannah Martens, SRW