Vom 5. bis zum 9. Januar 2026 fand die 22. Schülerakademie der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen statt. Über 90 Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe beider Landkreise kamen dort zusammen, um gemeinsam in Workshops Themenfelder zu bearbeiten, die ihren Interessen entsprachen, sowie verschiedenen Angeboten zu Einblicken in die Berufswelt nachzukommen. Dank engagierter Referenten und Referentinnen konnte auch in diesem Jahr ein vielfältiges Angebot an Workshops zusammengestellt werden, auf die sich die Teilnehmer und Teilnehmerinnen aufteilten. Am Montagmorgen (5.1.), kurz nach der Anreise und einer Eröffnungsrede durch die Organisatoren, begannen für uns BGBler gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden auch schon die ersten Einheiten in den jeweiligen Workshops.
Im Workshop „Vom Schüler zum Unternehmer? – Entdecke dein Gründungspotenzial!“ beschäftigten sich Lotta Petrarca (Jgst. 11) und Max Schulze (Jgst. 12) mit Praxis und Theorie der Unternehmensgründung. Sie durchliefen sechs verschiedene Themengebiete, wobei die Fähigkeiten zum „Out of the Box“-Denken und kreativen Marketing insbesondere gefordert waren. Teamarbeit spielte eine wichtige Rolle in diesem Workshop, da gemeinsam wohldurchdachte Produkte entwickelt wurden. Eines davon wurde beim improvisierten Abschlussnachmittag uns anderen in Form eines „Pitch“ sehr überzeugend vorgestellt.
Im Laufe der Woche erfolgte für die Teilnehmenden außerdem ein Besuch am Campus Lingen sowie Online-Meetings mit zwei Gründern, die interessante Einblicke in die Unternehmenswelt geben konnten. Insgesamt, so Lotta und Max, ist der Workshop für Business-Interessierte sehr zu empfehlen, da die große Fülle an Informationen dem Interesse der Teilnehmenden sehr entgegenkam.
Mia Winterhoff (Jgst. 11) hatte sich für den Workshop „Slam Poetry“ entschieden. Dort ging es primär darum, seine Gedanken möglichst ausdrucksstark und doch individuell zu Papier zu bringen. Es zählte also nicht nur Wortgewandtheit, sondern auch Kreativität. Außerdem beschäftigte sich der Workshop mit dem Ursprung des Poetry Slams sowie Übungen zur Bühnenpräsenz und zum Vortragen der eigenen Texte. Dafür wurde dem Theaterpädagogischen Zentrum in Lingen ein Besuch abgestattet, wo die Teilnehmenden Einblicke in die dortige Arbeit bekamen. Die selbstverfassten Texte bereicherten den Abschlussnachmittag durch ihre Individualität und Emotionalität und stießen auf sehr viel positive Resonanz. Mia beschreibt den Workshop als bereichernd und schätzt diese Möglichkeit, Kreativität auszuleben und Schreibfähigkeiten zu verbessern.
Phil Casper (Jgst. 11) lernte im Workshop „Smart Home – Smart Garden“ zunächst das Programm „LOGO! Soft Comfort“ und die dazugehörige Steuerungseinheit kennen. Die Theorie wurde schon bald in die Praxis umgesetzt, als nämlich kurz darauf erste Versuche, ein Förderband selbst zu programmieren, vonstatten gingen. Auch dieser Workshop machte einen Ausflug, in diesem Fall zur Firma Rosen in Lingen. Dort durften die Teilnehmenden sich die Entwicklung und Produktion sogenannter „Molche“ anschauen. Die letzten Tage wurden damit verbracht, ein Projekt für die Abschlusspräsentation vorzubereiten. Dabei handelte es sich um einen eigenen kleinen Smart Garden inklusive automatischer Beleuchtungsanlage und eines Fischteiches mit Fütterungsmaschine. Phil selbst war dabei für die automatische Regulation des Füllstandes des Fischteiches zuständig. Auch ihm hat die Zeit im Workshop viel Spaß gemacht.
Erstmalig fand in diesem Jahr der Workshop „Architektur und Stadtplanung“ statt. Jonah Kues (Jgst. 11) bekam in diesem Workshop Einblicke in die Entwicklung von Architektur- und Stadtplanungskonzepten. Dafür schauten sich die Teilnehmenden das Gebiet zwischen der Lingener Innenstadt und dem Dortmund-Ems-Kanal persönlich an, um anschließend Ideen zu sammeln, wie man den Kanal besser an die Innenstadt anbinden und attraktiver gestalten kann. In selbstgebastelten Modellen, die am Abschlussnachmittag präsentiert wurden, tauchten diese Ideen in Form von außergewöhnlichen Brückenkonstruktionen, langen Promenaden und verkehrsberuhigten Fußgängerzonen auf. Dieser Workshop bot insbesondere für künstlerisch und planerisch Begeisterte eine tolle Chance, sich in dem Berufsfeld Architektur auszuprobieren.
Der Workshop „Ethik in der Medizin“ war nicht nur für Medizininteressierte ansprechend, sondern auch für philosophisch Bewanderte. Emma Merting (Jgst. 12) setzte sich dort mit teils sehr kontroversen medizinethischen Themen auseinander. Dazu gehörten Schwangerschaftsabbrüche, Organspende und -transplantation, Neuroenhancement (Hirndoping) und Sterbehilfe. Einerseits spielte medizinisches Fachwissen eine Rolle, das anschaulich vermittelt wurde, andererseits waren Fähigkeiten zum kritischen Denken und zur Analyse von Argumentationssträngen notwendig. Innerhalb der Gruppe der Teilnehmenden wurde viel diskutiert, wobei immer ein äußerst respektvoller und sachlicher Rahmen geboten war. Zudem erhielten die Teilnehmerinnen des Workshops Informationen über das Medizinstudium sowie geisteswissenschaftliche Studiengänge von den beiden Referentinnen, die neben ihrem Medizinstudium zusätzlich Philosophie bzw. Literatur studiert hatten.
Zwei weitere Workshops, „Einführung in das Strafrecht“ und „On Air! – Dein Einstieg in Radio und Podcast“, wurden von uns BGBlern nicht besucht, dennoch hatten die anderen Schülerinnen und Schüler sehr viel Positives zu berichten.
Viel Zeit für Freizeit blieb uns neben den Workshops nicht, dennoch konnte der Montagabend dazu genutzt werden, in den Aufenthaltsräumen des Ludwig-Windthorst-Hauses die Teilnehmenden der anderen Schulen besser kennenzulernen, die von verschiedensten Schulen aus dem Emsland und der Grafschaft kamen. Am Dienstagabend konnten wir uns in gemütlicher Atmosphäre mit einer Oberärztin für Gynäkologie, der Architektin und Referentin des jeweiligen Workshops und einem Juristen über ihre jeweiligen Karrierewege und ihren Berufsalltag sprechen. Dabei erhielten wir eine Vielzahl wertvoller Einblicke und Vorstellungen.
Am Mittwochabend durfte jeder Workshop den anderen einen Teil seiner bisherigen Erarbeitungen zeigen und somit schon Spannung für die Abschlusspräsentationen aufbauen. Diese sollten eigentlich am Freitagvormittag vor Publikum – bestehend aus Eltern, den Schulleitern der teilnehmenden Schulen sowie einigen Vertretern aus Politik und Wirtschaft – stattfinden. Aufgrund des für Freitag angesagten Schneesturms allerdings musste unsere Abreise auf Donnerstagabend vorverlegt werden, sodass die einzelnen Abschlusspräsentationen am Donnerstagnachmittag spontan zwischen den geplanten Einheiten zur Berufsorientierung stattfinden mussten.
Trotz des recht abrupten Endes haben wir eine sehr schöne und lehrreiche Woche verbracht. Wir haben nicht nur inhaltlich Neues kennengelernt, sondern auch sehr sympathische Schülerinnen und Schüler von anderen Schulen. Den nachfolgenden Jahrgängen können wir nur empfehlen, diese tolle Möglichkeit zu nutzen.
Text: Lotta Petrarca, Mia Winterhoff, Max Schulze, Jonah Kues, Phil Casper, Emma Merting