Im Januar 2026 haben 521 Schülerinnen und Schüler an unserer Umfrage zum Thema „Gesundheit und Wohlbefinden“ teilgenommen, die uns nach Beendigung nun eine solide Datenbasis liefert. Die Umfrage wurde im Rahmen des schulweiten Projekts „GLL – Gesund leben lernen“ vom GLL-Team entwickelt und durchgeführt. Dies besteht momentan aus Lehrkräften, Elternvertretern und unserer GLL-Fachkraft, Lydia Aust. Parallel zur digitalen Schülerumfrage fanden kollegiumsinterne Workshops statt, um das Wohlbefinden der Lehrkräfte ebenfalls zu evaluieren.
Zunächst wurden die Schülerinnen und Schüler nach einer generellen Einschätzung gefragt: 70 % der Befragten beschreiben ihr allgemeines Wohlbefinden in den letzten Wochen als gut oder sehr gut. Auch körperlich fühlen sich 89 % häufig oder zumindest manchmal fit – ein grundsätzlich erfreulicher Befund, wobei die 9 %, die sich selten oder kaum fit fühlen, ein konkreter Ansatzpunkt für niedrigschwellige Bewegungs- und Gesundheitsangebote an der Schule sein könnten. Dass 82 % angeben, jemanden zum Reden zu haben, ist ebenfalls sehr positiv. Gleichzeitig wünschen sich 5 % ausdrücklich eine Ansprechperson. Das entspricht ungefähr einer Person pro Klasse und ist ein klarer Hinweis darauf, wo Beratungs- und Unterstützungsangebote gezielt greifen sollten. Etwas mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler macht sich zumindest manchmal Sorgen. Diese Sorgen können natürlich vielerlei Ursachen haben, aber es ist ein Befund, den wir als Schule mit im Blick behalten möchten.
Auch die häusliche Situation ist für die große Mehrheit stabil: 81 % der Schülerinnen und Schüler geben an, dass es bei ihnen zuhause gut oder super läuft, 71 % haben einen festen, ruhigen Arbeitsplatz und für 79 % sind Schulkosten kein Problem.
Besonders erfreulich sind die Ergebnisse zum Wohlbefinden am Burg-Gymnasium selbst: 84 % fühlen sich an unserer Schule wohl, 85 % fühlen sich sicher und respektvoll behandelt, und 93 % haben mindestens eine Vertrauensperson. Das sind starke Befunde, die für ein gutes Schulklima und eine funktionierende Schulgemeinschaft sprechen. Auch das Klassenklima wird von 87 % als überwiegend gut beschrieben, was zunächst einmal ein positives Signal für das soziale Miteinander ist. Da das Klassenklima aber eng mit Lernmotivation, sozialem Wohlbefinden und dem Auftreten von Mobbing zusammenhängt, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Jahrgangsstufen, in denen sich gehäuft negativere Rückmeldungen zeigen.
Der Befund, der uns am stärksten zum Nachdenken anregt, ist der zum Thema Leistungsdruck und Stress: 61 % der Befragten geben an, sich schulisch häufig oder eher unter Druck oder gestresst zu fühlen. Dabei ist der Erhebungszeitpunkt kurz vor den Zeugnissen zu berücksichtigen. Eine differenziertere Auswertung zeigt, dass es sich vor allem um die Jahrgangsstufen 10, 11 und 13 handelt, also diejenigen Jahrgangsstufen, die sich vermutlich aufgrund von schulischen Übergangsphasen und wichtigen Entscheidungen Sorgen machen. Fast zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler erleben schulbedingten Stress als regelmäßige Belastung – dieser Befund hängt unmittelbar mit dem Wunsch nach Entspannungsangeboten und Stressbewältigung zusammen, der sich sowohl in den Antwortoptionen als auch im Freitext immer wieder zeigt.
Was würden sich unsere Schülerinnen und Schüler wünschen? Die meistgenannten Punkte in dieser Rubrik: mehr Bewegung im Schulalltag (21 %), Angebote zur Entspannung (19 %), besserer Umgang mit digitalen Medien (18 %), eine Verbesserung des sozialen Miteinanders (13 %) sowie Unterstützung bei psychischen Problemen (7 %). Fasst man Bewegung, Entspannung und psychische Gesundheit zusammen, adressiert fast jede zweite Nennung das Thema Gesundheit, Stressabbau und körperliche Aktivität. Das spiegelt den Stressbefund sehr direkt wider. Auch der Wunsch nach einer früheren Öffnung des Sportplatzes taucht sowohl in den Antwortoptionen als auch im Freitext prominent auf. Gerade diesen letzten Wunsch möchten wir als Schule so bald wie möglich umsetzen und durch z. B. Änderungen im Aufsichtsplan eine frühere Öffnung zu Beginn der Pausen ermöglichen.
In der offenen Mitteilungsrubrik haben sich 164 Schülerinnen und Schüler direkt geäußert – und das Stimmungsbild ist wirklich positiv, mit einer langen Liste von Komplimenten. Natürlich wären Schülerinnen und Schüler nicht Schülerinnen und Schüler, wenn nicht auch viele weitere Töne dabei wären. Stellvertretend sei zitiert: „Döner in der Cafeteria für 1 € oder gerne 50 Cent“, „Schule nur bis 12:00 Uhr“, „Klassenfahrt nach Dubai“, „Mathe abschaffen“ und „Man soll einen Tag haben, wo man einen Film guckt, Süßes isst und seine Kuscheltiere mitbringt“. Diese Wünsche sind für uns natürlich nicht unbedingt einfach umzusetzen, was aber den Schülerinnen und Schülern sicher selbst klar ist.
Im Gesamtbild sind die Befragungen der Schülerinnen und Schüler und die der Lehrkräfte sehr wohlwollend und konstruktiv ausgefallen: Sowohl die Lehrkräfte als auch die Schülerinnen und Schüler sind insgesamt sehr zufrieden an unserer Schule, alle Umfragen und Workshops spiegeln ein hohes soziales Wohlbefinden wider – ein Ergebnis, das aus Sicht von GLL-Fachkräften im Vergleich über dem Durchschnitt liegt.
Die konkreten Rückmeldungen fließen ab jetzt direkt in die nächsten Schritte ein: die Festlegung von GLL-Zielen und die Priorisierung von Maßnahmen. Auch darüber werden wir weiter transparent über die schulischen Gremien und in der Schulöffentlichkeit informieren. Wir danken allen Beteiligten für die vielen Antworten und Rückmeldungen!
Text und Bild: A. Huisjes