Eine Woche in Irland: Einigen Schülerinnen und Schülern bot sich vom 08. bis zum 14. März 2026 die Möglichkeit, eine neue Kultur zu erkunden und über die gemeinsame europäische Identität zu lernen.
Bei unserer Ankunft am St. Brigid’s College, der irischen Partnerschule des Burg-Gymnasiums, wurden wir von unseren Gastfamilien und den irischen Lehrern herzlich empfangen. Von unseren Austauschpartnern und ihren Eltern erfuhren wir schnell viel Wissenswertes über die Region. Die Stadt Loughrea, in der das St. Brigid’s College steht, liegt in der Grafschaft Galway an der Westküste Irlands und hat etwas über 6.000 Einwohner. Namensgebend ist der sich am Rand der Stadt befindende Lough Rea, der „Graue See“, der an diesem Tag bei wolkenverhangenem Himmel passend benannt zu sein schien.
Den nächsten Tag verbrachten wir in der Stadt Galway. Bei einem Stadtrundgang erfuhren wir viel über die irische Geschichte. Die restliche Zeit verbrachten wir damit, in kleinen Gruppen die Stadt zu erkunden und shoppen zu gehen. Besonders interessant waren die Dekorationen, die die Straßen schmückten, häufig in den Nationalfarben Irlands – Grün, Weiß, Orange – und sogenannte „Shamrocks“, dreiblättrige Kleeblätter, das inoffizielle Nationalsymbol Irlands. Meine Austauschpartnerin erklärte mir, die Dekorationen seien für den St. Patrick’s Day am 17. März, an dem der Einführung des Christentums im religiös geprägten Irland gedacht und die irische Identität gefeiert wird. Der Legende nach nutzte Patrick von Irland, ein römisch-britischer christlicher Missionar, ein dreiblättriges Kleeblatt, um die Dreifaltigkeit zu erklären.
Ein weiteres Highlight des Austausches war der Besuch der Aran Islands. Etwa zwei Stunden lang durften wir mit Fahrrädern die Sehenswürdigkeiten der Insel besuchen und die irische Natur genießen. Die Bootstour entlang der Klippen von Moher auf dem Rückweg war aufgrund des Wellengangs (es wurde stürmisch) optional, die Schülerinnen und Schüler, die an Board blieben, freuten sich über die Delfine, die das Boot begleiteten.
Am Mittwoch hatten sich die meisten an den Linksverkehr und andere Kulturunterschiede gewöhnt. In einem Workshop über die irische Identität wurde das bislang Erlebte und Gelernte besprochen und wir erfuhren Weiteres über die irische Geschichte. Danach besuchten wir eine nahe gelegene Driving Range und hatten viel Spaß daran, die verschiedenen Aktivitätsangebote auszuprobieren. Nachmittags hatten wir Unterricht in einem Fach, dass es an vielen deutschen Gymnasien nicht gibt: Home Economics. Dort lernt man korrekte Zubereitung von Lebensmitteln, Haushaltsführung und Verbraucherschutz.
Am Donnerstag wurde uns etwas Irisch beigebracht. Außerdem durften wir den irischen Schulunterricht besuchen. An unserem letzten vollständigen Tag in Irland hatten wir wieder Unterricht in einem Fach, das vielen unbekannt war. In zwei Gruppen aufgeteilt verarbeiteten wir jeweils Holz oder Metall zu einem Souvenir. Im Anschluss durften wir uns in Gruppen Gemeinsamkeiten zwischen deutscher und irischer Kultur überlegen, zu denen wir weiter recherchieren möchten. Die Ergebnisse werden vorgestellt, wenn die irischen Austauschschülerinnen und -schüler uns im April am Burg-Gymnasium besuchen.
Text: Melanie Mack, 11b