Burg-Gymnasium
Bad Bentheim

Abiturentlassfeier 2026

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Am Samstag, dem 27. Juni 2026, entließ das Burg-Gymnasium bei heißem Wetter 60 Abiturientinnen und Abiturienten; zwei Absolventen bekamen den schulischen Teil der Fachhochschulreife bestätigt. Die erste Rede hielt Schulleiter Ingo van Verth, der den Schulabgängern zunächst zum Abschluss gratulierte. Als Besonderheit beim diesjährigen Abitur erwähnte er, dass der Prüfungsvorsitz mit dem Schulleiter der Gymnasiums Nordhorn, Andreas Langlet, getauscht worden sei wegen van Verths persönlicher Betroffenheit – seine Tochter machte Abitur am BGB. Van Verth lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit und betonte, dass das Abitur „an beiden Schulen absolut vergleichbar“ sei.

Die Absolventen in diesem Schuljahr – zumeist Geburtsjahr 2007 – umriss der Oberstudiendirektor als gerade noch zur Generation Z gehörig. In ihrem Geburtsjahr sei auch das iPhone und damit das Smartphone in die Welt gekommen; im Jahr 2017 beim Wechsel zum BGB sei das Gerät vielleicht schon bedeutsam geworden. Die Pandemie hätten die Schülerinnen und Schüler in der heiklen Lebensphase der Klassen 7 bis 9 erlebt, also in der Pubertät, die schon in normalen Zeiten die Bemühungen um Lernerfolge beeinträchtige. Und spätestens mit dem Eintritt in die Oberstufe 2023 sei auch noch die künstliche Intelligenz hinzugekommen. Für diese Generation sei permanente Vernetzung selbstverständlich. Ihr werde zugeschrieben, dass sie Leistung im Sinne von Selbstverwirklichung verstehe und den Wunsch nach Work-Life-Balance hege.

Van Verth unterstrich, dass er die Abiturientia heterogener sehe als den Typus der Generation Z. Diese Heterogenität der Absolventen gelte auch für ihre künftige Berufswelt: Weniger Festlegungen sollten als Chance erscheinen und Mut machen, einen eigenen Weg zu gehen. Das Abitur an einem öffentlichen allgemeinbildenden Gymnasium befähige dazu, im Studium bestehen zu können. Und angesichts multipler Krisen empfahl er, am politisch-gesellschaftlichen Leben teilzuhaben, sich für die freiheitliche Demokratie zu engagieren und die europäische, vielfältiger werdende Kultur mitzugestalten.

Heimat und Heldenreise

Glückwünsche für die Absolventen und Dank an alle Beteiligten fanden sich auch in der zweiten Rede, die die stellvertretende Landrätin hielt. Charlotte Ruschulte betonte, dass es dem Landkreis als Schulträger wichtig sei, „gute Rahmenbedingungen für Bildung zu schaffen – mit modernen Schulen, guter Ausstattung und Lernorten, an denen junge Menschen ihre Talente entfalten können“. Sie wünschte sich, dass viele „der Grafschaft Bentheim verbunden bleiben“, auch wenn sie zunächst in andere Städte und Länder gingen. Der Landkreis brauche Fachkräfte in allen Bereichen; die Grafschaft biete eine lebenswerte Heimat mit vielen Chancen.  

In der dritten Rede nahm sich die Erdkunde- und Lateinlehrerin Sabrina Aink ihres Lieblingsthemas Film an. Sie verglich das Leben der Schüler mit einer (filmischen) Heldenreise, die nach dem amerikanischen Mythenforscher Joseph Campbell stets zwölf Stationen habe. Auf die gewohnte Welt (1) des Kindergartens ertöne der Ruf des Abenteuers (2): die Einschulung. Dann folgten Weigerung und Ablehnung (3): „Bei einigen hielt das auch ein ganzes Schulleben an“, so Aink zugespitzt. Danach komme es zur Begegnung mit dem Mentor (4), zum Überschreiten der ersten Schwelle (5) mit Referaten, Arbeiten etc. Die nächste Station sei die Bewährungsprobe (6) mit Verbündeten gegen Feinde: „Ich als Lateinlehrerin weiß, auch ein Schulfach kann zum Feind werden“. Das anschließende Vordringen zur tiefsten Höhle (7) sei die Pubertät gewesen. Den Wendepunkt (8) habe das Abitur bedeutet. Belohnung  und Rückweg (9/10) seien Anerkennung und Selbstvertrauen dank des Reifezeugnisses. Als Auferstehung (11) deutete Aink den „Kater am Morgen danach“, etwa nach der Abiturfeier. Die letzte Station sei die Rückkehr mit dem Elixier (12): „Ihr kommt als Helden gereift in die gewohnte Welt zurück“, die Abiturienten könnten die Zustände verbessern und das Gelernte verbreiten. Aink konkretisierte, was sie mit „Heldentum“ meinte, nämlich die kleine Form im Alltag: Zivilcourage, Solidarität, Selbstlosigkeit oder Kritikfähigkeit. Und an die Abiturientia gerichtet schloss sie gewissermaßen filmverliebt und segensreich: „Möge die Macht mit euch sein“.

Rettungsanker und Gewinner

Für die Abiturientia sprachen Malena Hengstmann und Felix Brinkmann in der vierten Rede. Sie nahmen sich ihres Mottos „ABBI – The Winner Takes It All“ an, das suggeriere, dass einer alles gewinne und die anderen leer ausgingen. Doch die vergangene Schulzeit habe gelehrt, dass der eigentliche Erfolg nicht etwa in Noten liege, sondern bei prägenden Erfahrungen. Niemand gewinne mehr gemeinsame Momente als andere. „Am Ende nehmen wir alle etwas mit und verlassen gemeinsam die Schule als Gewinner“.

Für die Elternschaft sprach Kerstin Deiters. Sie ließ die Stationen der BGB-Laufbahn Revue passieren: von den Kennenlerntagen in Lingen über die Klassenfahrt nach Bremerhaven zu „weiteren Touren nach Hamburg, London, Nizza“ oder zu Austauschfahrten. Beim großen Einschnitt, der Coronapandemie, habe sich gezeigt, dass soziale Medien nicht nur kritisch diskutiert werden müssten, sondern dass sie sich als Rettungsanker für die Schüler erwiesen hätten. Zudem habe sich gezeigt, dass Schule mehr sei als das Bearbeiten von Aufgaben. „Wir Eltern haben euch auf eurer Reise zum Abitur begleitet – sichtbar und unsichtbar. Unser Ja zu euch ist nicht abhängig von Ergebnissen“. Die Eltern, so die Anknüpfung ans „ABBI-Motto“, freuten sich zwar, wenn ihre Kinder auf der Gewinnerseite stünden. Aber sie seien gerade dann für ihre Kinder da, wenn sie sich auf der Verliererseite fühlten. „The Winner Takes It All“ klinge nach großem Finale; dieser Tag sei das Finale und zugleich auch Auftakt zu etwas Neuem. „Haltet an euren Wurzeln fest und breitet eure Flügel aus“, so Deiters’ Aufforderung.

Gleich in mehreren Wortbeiträgen kam zur Sprache, was am Vortag geschehen war und was die Schulgemeinschaft sehr bewegte. Die Lehrerin Marie Baier, die am BGB Deutsch, Biologie und Sport unterrichtet hatte, war nach langer schwerer Krankheit – aber dennoch unerwartet – im Alter von 34 Jahren verstorben. Trotz der Koinzidenz von Trauer und Freude: Ihr fröhliches Wesen und ihre Klugheit hätten diese Feier gutgeheißen.

Nach einer Dankesrunde der Abiturientia an die verschiedensten Mitglieder der Schulgemeinschaft überreichten die Tutoren die Zeugnisse, sie gratulierten zusammen mit dem Schulleiter. Für besondere schulische Leistungen gab es Auszeichnungen und Geschenke. Die musikalische Gestaltung der Feier lag in seit Jahren bewährten Händen: Die Lehrerband sowie Divine Kuijsten und Yassin Elsafty, beide Teil der BGB-Abiturientia, boten erfrischende Zwischenspiele und einen klangvollen Rahmen: u.a. mit Abbas „ABBI-Motto“-Song und Bosses „Schönste Zeit“.

Text: HUM
Bilder: Arthur Lieske (3), HÜW (1), HUM (übrige)

Abiturientinnen und Abiturienten

Marie Altemeyer (1,8), Emy Badeau, Arda Berber, Felix Brinkmann, Jarne Deiters, Anouk Diederich, Mia-Sue Döll, Lucas Dunker, Yassin Elsafty, David Friesen, Jamila Gärtner (1,8), Dominik Held (1,8), Malena Hengstmann, Lorenzo Heutink, Dina Hot (1,9), Henri Hülsing, Nikita Järger, Reyhan Kalkan, Lara Karger, Maximilian Körner, Tobias Krupers, Divine Kuijsten (1,8), Niklas Lagemann (1,5), Louisa Lamann, Michel Lange (1,6), Mats Emil Leferink, Kian Lögers, Jasmina Löhr, Philip Mahn, Hannah Martens, Alessia Masala (1,4), Florian Mennebäck, Fenna op de Weegh, Emma Petrarca (1,7), Jakub Plowens (1,5), David Pösl, Sam Preisel, Rebecca Rickhoff, Senah Saftawi (1,6), Max Schiks, Nele Schilling, Marc Schmidt, Carlotta Schnieders, Lara Schnieders, Flora Sonntag, Amelie ten Thoren, Lasse Terwey, Ines Tibbe, Wiebke Tibbe, Bente van Dijk, Lina van Ferth, Lenja van Verth, Lara Warges, Marten Wessels, Jannis Wibben, Finn-Luca Wolterink, Malea-Lani Wolterink, Luisa Woltermann, Michel Zafuda, Nele Ziethen

Termine

Treffpunkt: Forum Burg-Gymnasium

 

 

Ort: Lingen - Jugendherberge

21.11.2026, 10:00 Uhr
Tag der offenen Tür

beginnt mit Kindern und Eltern gemeinsam im Forum.

Die Kinder können dann an unterschiedlichen Workshops teilnehmen. Weil die Workshops in gleichbleibenden Gruppen durchlaufen werden, ist es wichtig, dass alle gleich zu Beginn um 10 Uhr in der Schule sind.

Ab ca. 12.00 Uhr besteht für alle die Möglichkeit, das leckere Essen in der Mensa für 3€ pro Person zu probieren.

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