Am ersten Tag des Kurses fanden sich die Teilnehmer des Kurses aus den unterschiedlichsten europäischen Ländern – von Spanien über Griechenland, Kroatien, Slovenien, Rumänien bis nach Deutschland zusammen – ganz im Sinne der Kursbeschreibung, in unterschiedlichen Altersstufen, von unterschiedlichen Schulformen – wirklich vielfältig.
Dazu passte die Kursleiterin Veerle Ponnet, die in unterschiedlichen Ländern gelebt hat und viele unterschiedliche Sprachen spricht.
Das Thema des Kurses musste also nicht gelehrt, sondern konnte gelebt werden- und das wurde es von Anfang an. Eigene Erfahrungen und Probleme waren fast immer die Basis für die Vermittlung der Kursinhalte. Das begann mit Kennenlernspielen, die auch hervorragend in vielfältigen Gruppen angewendet werden können, ging über sehr viele hilfreiche Beispiele zum Umgang mit Vorurteilen und mündete in einem oft regen und nachdenklichen Austausch über alltägliche Probleme im Schulalltag – insbesondere die Integration geflüchteter Schülerinnen und Schüler kam immer wieder zur Sprache.
Insgesamt war es eine sehr anregende und interessante Woche, in der ich viele tolle Menschen kennenlernen, meinen Horizont erweitern und auch meine Lehrerpersönlichkeit reflektieren durfte.
Ergebnisse und Umsetzung im Schulalltag
Das Ergebnis der Fortbildung lässt sich in das Ziel „Professionalisierung“ im Hinblick auf die Schärfung des Europaprofils formulieren. Die Bedeutung des Austausches und der Zusammenarbeit in Europa hat sich sehr deutlich gezeigt, denn nur dadurch kann man die eigenen Problemlagen im Schulalltag im Umgang mit Diversität und Vielfalt erkennen, reflektieren und Lösungsansätze entwickeln.
Im Schulalltag soll dies u.A. dadurch geschehen, dass Klassenleitungen im Umgang mit den o.g. Problemlagen geschult werden. Außerdem sollen Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bekommen, auf die unterschiedlichsten Formen von Diversität und Vielfalt aufmerksam gemacht zu werden und zu machen. Dazu soll im nächsten Schuljahr eine AG angeboten werden, die sich mit gesellschaftspolitischen Themen befasst und Projekte und Aktionstage vorbereitet. Außerdem soll das Thema „Schule gegen Rassismus“ noch einmal offensiv angegangen werden.
Fast drei Jahre nach dem Kennenlernen der französischen Kollegen während einer Erasmus +-Fortbildung im November 2019 auf Zypern und der dort entstandenen Idee des Jobshadowings, konnte ich vom 09. Oktober 2022 bis zum 15. Oktober 2002 endlich die zwei Mal coronabedingt verschobene Reise zum Lycée Emile Combes in der französischen Kleinstadt Pons, im Département Charente-Maritime, in der Region Poitou-Charentes antreten. Was länge währt, währte dann tatsächlich richtig gut…
Das Lycée Emile Combes umfasst neben dem Lycée général[1] auch ein Lycée technologique[2] sowie ein Lycée professionnel[3]. Von den über 900 Schüler*innen leben 263 im angrenzenden Internat. Die Mensa teilen sich das Lycée und das Collège des Ortes. Hier gehen pro Tag ca. 1000 Essen über den Tisch. Eine Besonderheit im Lycée Emiles Combes stellt der bilinguale Unterricht dar. Es gibt beispielsweise Geschichtskurse in deutscher Sprache sowie in jedem Jahrgang einen Sportkurs in englischer Sprache, an dem ich ebenfalls teilnehmen durfte. Während meiner Woche am Lycée konnte ich auch abseits den Unterrichts Einblicke in das französische Schulsystem, den Lehrerberuf sowie den Alltag an französischen Lycées gewinnen. So hatte ich beispielsweise am Montag die Möglichkeit drei Klassen der Première ins Kino begleiten zu dürfen. Dort schauten wir uns eine Theaterinszenierung von Molières „Der eingebildete Kranke“ an. Während einer Schulführung sowie im Erdkundeunterricht lernte ich auch den Alltag von französischen Lehrer*innen und Schüler*innen am Lycée professionnel kennen.
Durch die persönlichen Kontakte zu den französischen Sportlehrern, verbrachte ich circa die Hälfte der Unterrichtszeit in den fünf unterschiedlich großen Sporthallen sowie der Außensportanlage, die sich die Schule mit dem Collège teilt. Drei fest eingestellte Hausmeister kümmern sich täglich um die Instandhaltung der Hallen.
Ein inhaltlicher Schwerpunkt am Lycée in Pons stellt das Klettern dar. Die riesige Kletterwand hat mich ebenso beeindruckt wie das Dojo, eine eigens für Judo mit Matten ausgestattete Sporthalle. Gesichert von Schüler*innen einer Seconde, konnte ich sogar eigene Erfahrungen an der Kletterwand machen. Sehr beeindruckend war im Laufe der Woche im Sportunterricht zu sehen, wie wertschätzend die Schüler*innen aber auch Lehrer*innen miteinander umgegangen sind und wie respektvoll auch mit Heterogenität umgegangen wurde.
Ähnlich wie bei uns in Deutschland, stehen im Fremdsprachenunterricht Kompetenzen wie Hörverstehen, Schreiben und Sprechen im Zentrum. Thematisch ging es im Unterricht häufig um die Mediennutzung der Schüler*innen und die kritische Auseinandersetzung mit Social Media.
Ich habe in dieser Woche neben vielen Informationen zum Unterricht am französischen Lycée wertvolle Ideen zur Unterrichtsdurchführung vor allem für den Sportunterricht erhalten und konnte viele Gemeinsamkeiten aber auch ein paar Unterschiede zwischen den Schulsystemen feststellen. Ich habe es sehr genossen nach der langen Coronazeit ohne Aufenthalt in Frankreich eine Woche lang in meinem Lieblingsland verbringen zu dürfen und nur Französisch sprechen zu können. Neben der Zeit in der Schule konnte ich Land und Leute kennenlernen. Ich konnte außerdem wertvolle Freundschaften vertiefen und neue knüpfen. Ich wurde überaus herzlich empfangen und habe mich am Lycée Emile Combes und in der Stadt Pons sehr wohl gefühlt. Daher gilt mein großer Dank Eric Bannessy, der fast drei Jahre lang mit mir um dieses Jobshadowing gekämpft und den Kontakt nicht abrechen lassen hat, genauso wie dem Proviseur des Lycée Emiles Combes M. Rennesson und dem gesamten Kollegium für die freundliche, herzliche und offene Aufnahme an der Schule und darüber hinaus.
Bei Frau Schute und Frau Braun bedanke ich mich für die großartige Chance und die unvergesslichen Erlebnisse, die mir ermöglicht wurden. Nur durch Ihren Einsatz für Europa und Erasmus + sind solche Projekte denkbar und ich lege jedem eine solche Reise ans Herz, denn die Erfahrungen sind unbezahlbar.
[1] Entspricht den drei Jahren der deutschen Oberstufe und bereitet auf das baccalauréat vor.
[2] Bereitet auf ein baccalauréat mit spezifisch technischem Schwerpunkt vor.
[3] Entspricht in etwa der deutschen Berufsschule.
Teacher Academy Teneriffa, 6.3. - 11.3.2023 von Kirsten Sicking und Margit Twiehoff
Mit dem Ziel, neue Tools für die kreative Arbeit in unseren digital organisierten Lerngruppen kennenzulernen und den sicheren Umgang mit diesen zu erlernen (vgl. Zielvereinbarungen), flogen wir bereits am Samstag nach Teneriffa. Dort angekommen, reisten wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Süden in den Norden der Insel, um zu unserem Zielort San Cristóbal de La Laguna zu gelangen.
Dabei stellten wir erfreut fest, wie gut ausgebaut das Busnetz auf Teneriffa ist: Die Busse fahren regelmäßig und sind günstig. Den Rest des Tages nutzten wir, um uns in unserem Apartment im Stadtzentrum einzurichten und die Stadt rund um unser Domizil zu erkunden. Dabei wurde schnell das südländische Flair offensichtlich, zumal San Cristobál eher weniger touristisch ist. Familien flanierten selbst am späten Abend noch gemeinsam durch die Innenstadt, Kinder spielten auf der Straße und die Atmosphäre war auffallend friedlich und freundlich.
Den nachfolgenden Sonntag nutzen wir zu einer Inselrundfahrt, um die Insel besser kennenzulernen, wobei uns die Küsten mit ihren Bettenburgen eher weniger attraktiv erschienen, und vor allem der Süden durch wenig Vegetation, aber beeindruckende Felsformationen auffiel. Am Abend suchten wir schon einmal die Europass Teacher Academy auf, um sie am nächsten Morgen gut wiederfinden zu können.
Pünktlich am nächsten Morgen fanden wir uns in der Teacher Academy ein, wurden jedoch zunächst in den falschen Kurs geschickt und fanden uns mit sehr sympathischen Grundschullehrerinnen in einem sehr kleinen Raum wieder. Nach der Vorstellung fiel der Irrtum jedoch auf und wir fanden dann schnell unseren richtigen Kurs. Dort wurden wir freudig von unseren Kursleiterinnen Maya und Marta begrüßt und durften nun auch die anderen Teilnehmer:innen kennenlernen.
Neben uns waren vier weitere Deutsche vor Ort, fünf Teilnehmer:innen waren von Malta angereist, zwei kamen aus Italien, vier aus Polen, drei aus Litauen und eine aus Finnland. Der Montag war analog gestaltet und bestand im Wesentlichen aus Informationen über den Kurs (Zeiten & Themen) wie auch diversen „Icebreakers & Teambuildig activities“.
Am frühen Abend fand eine Stadtführung durch die wirklich beeindruckende und geschichtsträchtige Stadt La Laguna statt.
Der Dienstag stand unter dem Vorzeichen von „Games and Quizmakers“, wir lernten Baamboozle und Blooket kennen. Beide Spiele erfordern einen Account der Lehrperson, nicht aber einen der SuS.
Mit Baamboozle kann man ähnlich Kahoot (deutsche) Wissensspiele erstellen, wobei die SuS beim Spielen kein digitales Endgerät benutzen. Es gibt verschiedene kostenlose Spielmodi, aber auch aufwändigere kostenpflichtige Varianten. Z.B. erscheint ein Zahlenfeld und die SuS werden in zwei große Gruppen geteilt. Die erste Gruppe beginnt und wählt eine Zahl, der/die L. klickt die Zahl an und die Frage erscheint. Nach der Antwort der Schülergruppe kann der/die L. die Antwort anzeigen und anklicken, ob die Antwort richtig oder falsch ist. Je nachdem werden Punkte vergeben. Unter manchen Zahlen verbergen sich angenehme oder unangenehme Punktabzüge oder -dreingaben.
Blooket ist ähnlich, genau wie bei Kahoot können sich die SuS über einen Game-Code anmelden und spielen digital mit, es können verschiedene Spielmodi gewählt werden. Lustig ist, dass man auch anderen Punkte (Geld) „mopsen“ kann, was umgekehrt aber auch große Empörung hervorrufen kann. Es gewinnt daher nicht unbedingt, wer am meisten weiß.
Am Nachmittag wurden „Presentation Tools“ vorgestellt, Flipgrid und Mentimeter.
Flipgrid ist eine Video Response Plattform, auf der SuS zu einer gestellten Aufgabe Kurzvideos bis zu fünf Minuten erstellen und hochladen können, beispielsweise bei Aufnahmen zu Bewerbungsvideos für den Deutschunterricht oder Kurzpräsentationen. SuS können ihre Videos auch untereinander ansehen und kommentieren.
Nachdem die Lehrkraft sich einen Account angelegt hat, kann sie einen sogenannten „Grid“ anlegen, der im übertragenen Verständnis einen Kurs oder eine Klasse darstellt. Darin können beliebig viele Topics angelegt werden, die eine Aufgabe oder Fragestellung in Textform oder als Video enthalten. Daraufhin haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, mit einem Freigabelink - ohne Anmeldung - eine Videoantwort zu erstellen.
Beim Hochladen geben die Schülerinnen und Schüler lediglich ihren Vor- und Nachnamen an, wobei es sich anbietet den Nachnamen mit dem initialen Buchstaben abzukürzen. Aus Sicht des Datenschutzes verspricht Flipgrid Inc. die komplette Datenkontrolle in der Hand des Lehrers zu lassen und keine Daten weiterzuverkaufen. Da sich die Videos jedoch auf nicht deutschen Servern befinden, bietet es sich an Pseudonyme für die Schülerinnen und Schüler zu verwenden, um keine persönlichen Daten zu veröffentlichen. Leider ist die App nur auf Englisch verfügbar.[1]
https://apps.apple.com/de/app/flip-makes-learning-engaging/id756972930
Mentimeter ist eine interaktive Präsentationssoftware, mit der alle Teilnehmenden zeit- und ortsunabhängig über ein internetfähiges Gerät auf Fragen/Aussagen/Bilder o.ä. reagieren und anonym abstimmen können. Typische Einsatzszenarien für Mentimeter sind: Abfragen zu Vorwissen, zum Einstieg in einer Diskussion, über Optionen abzustimmen, zur Wissenssicherung oder zur Meinungsabfrage. Die Teilnehmenden stimmen anonym ab. Der Tool bietet ein breites Spektrum an Optionen zur Abfrage und zur Darstellung der Reaktion der Befragten an: Moderatoren können Antwortoptionen vorgeben und die Ergebnisse beispielsweise als Diagramme anzeigen lassen, Bilder zu Optionen anzeigen, skalierte Fragen stellen oder die Reaktionen in einer „Wortwolke“ oder „Open End“ darstellen lassen.
Mentimeter bietet an, sogenannte „Quick Slides“ zu erstellen, auf denen Überschriften, Aufzählungen und Bilder integriert werden können. Ebenso steht ein „Quiz“ zur Verfügung, bei der nach jeder Quizfrage Punkte für richtige Antworten vergeben werden und am Ende eine/e SiegerIn gekürt werden kann.
Um die Abfragesoftware Mentimeter zu verwenden, werden Seiten mit verschiedenen Fragestellungen gestaltet. So kann Mentimeter während Präsentationen eingesetzt werden, um ein Feedback von den Teilnehmern zu bekommen oder Live-Umfragen zu starten und diese dann sofort auszuwerten. Dafür lassen sich unterschiedliche Fragetypen und Darstellungen auswählen und man kann die Folien entsprechend vorbereiten. Man kann die Antwortoptionen vorgeben oder offene Fragen stellen und auch die Darstellung der Ergebnisse kann man unterschiedlich gestalten.
Die Teilnehmer gelangen entweder mit dem von Ihnen zugeschickten Link direkt zu der Umfrage oder geben den generierten Code auf menti.com ein. Die Antworten auf Ihre Frage oder das Feedback, das sie Ihnen geben, erscheint umgehend auf den Folien und ist so für jeden transparent und nachvollziehbar. Selbstverständlich sind die Auswertungen alle anonym. Die Ergebnisse von Umfragen über Mentimeter können ganz leicht zum Beispiel als PDF exportiert werden. Die Datei können Sie direkt mit Ihren anderen Veranstaltungsunterlagen ablegen. So können Sie jederzeit nochmals darauf zurückgreifen und entsprechend analysieren und eventuelle Trends ausmachen oder optimieren.
https://www.mentimeter.com/de-DE/features
Am Mittwochmorgen wurden zunächst Padlet und Wakelet vorgestellt, wobei wir Padlet und ähnliche Formen bereits kannten. Nachfolgend findet sich ein Padlet mit allen vorgestellten und weiteren im Unterricht nutzbaren Tools.
https://padlet.com/kirstensicking/my-favourite-digital-tool-fortbildung-teneriffa7jcbx3jkyez5o1o3
Am Nachmittag gab es einen längeren Theorieinput zu Bloom´s taxonomy, eine Lernzieltaxonomie, mit deren Hilfe man das kognitive Niveau konkret bestimmen kann.
https://www.oezbf.at/wp-content/uploads/2018/04/Plakatskript_2016-S.19-20-Bloom.pdf
Am Donnerstag wurde zunächst Nearpod vorgestellt. Nearpod ist ein sehr umfangreiches Präsentationstool als browserbasierte App, die es ermöglicht, bestehende Präsentationen interaktiv aufzubereiten. Dazu wird die bereits erstellte PowerPoint-Datei einfach via Browser in die App hochgeladen, und schon kann diese mit interaktiven Inhalten gefüllt werden. „Interaktivität“ meint hier, dass sowohl zwischen als auch auf den Folien unterschiedliche Aktivitäten für die Zuhörerschaft eingebettet werden können. Zu diesen Aktivitäten zählen unterschiedliche Fragefunktionen, Zuordnungsaufgaben, Lückentexte, aber auch kollaborative Formate, die in ihrer Ausgestaltung an die App „Padlet“ erinnern. Darüber hinaus können auch Inhalte wie etwa Websites oder Videos von unterschiedlichen Host-Plattformen eingebettet und mit Fragen versehen werden.2
Nearpod erschien uns sehr interessant, aber auch sehr komplex, so dass wir nur kleinere Einblicke gewinnen konnten, die vertieft werden müssen.
Zudem lernten wir die App „Socrative“ kennen. Mit Socrative können Lehrende Quizzes erstellen, in die sich Lernende mit einem Zugangscode an ihrem Smartphone, Tablet etc. einloggen können. Damit die Zusammenarbeit klappt, gibt es Socrative in einer Version für Lehrende - Socrative Teacher - und einer Version für Schüler/Studierende - Socrative Student. Es stehen verschiedene Formen, Wissen abzufragen zur Verfügung. Am Ende einer Lernsession kann in Socrative über Exit Tickets abgefragt werden, was der Student gelernt hat. Alle Leistungen können anonym oder nach Eingabe des Namens erbracht werden. Quizzes können über den App internen SOC Code oder als Excel file importiert werden. Auf Ergebnisse können Sie u.a. per Excel oder PDF zugreifen, auch das fertige Quiz kann als PDF gedruckt werden.[2]
Den Rest des Tages arbeiteten wir an einer Präsentation in Nearpod, die zugleich an Bloom´s taxonomy orientiert sein sollte. Aufgrund Zeitmangels konnten die Präsentationen jedoch nicht mehr präsentiert oder korrigiert werden.
Am Freitagmorgen fand ein „Experimental travel“ mit „Goosechase“ statt, einem Tool ähnlich Action Bound, mit dem man eine digitale Schnitzeljagd erstellen kann. Auch hier benötigt der/die Lehrer:in einen Account, nicht aber die SuS. Ein großer Nachteil ist, dass man nur drei Gruppen mit den SuS bilden kann, jedenfalls in dem kostenlosen Account. Man kann Foto- video- und Textnachweise für gelöste Aufgaben einfordern, die später über den Lehreraccount angesehen werden können. Allerdings sind Fotos und Video anschließend nur sehr schwierig und einzeln wieder löschbar.
https://apps.apple.com/de/app/goosechase/id437330879
Im Anschluss daran wurde der Kurs evaluiert und wurden die Zertifikate verliehen.
2 https://deutsches-schulportal.de/unterricht/mit-nearpod-schuelerzentrierte-praesentationen-gestalten/
Am Samstag fand ein ganztägiger Ausflug per Bus auf den Inselvulkan „Teide“ statt, der für viele interessante und spannende Insel-Impressionen sorgte, und anschließend begann unsere Rückreise.
Anwendung des neu gewonnenen Wissens:
Wir haben beide sehr nützliche Tools für den Unterricht kennengelernt, die jedoch möglicherweise an den Datenschutzrichtlinien NS scheitern, da die Server vielfach in Amerika liegen. Besonders konnten uns Nearpod und Socrative begeistern.
Die spielerischen Apps (Blooket und Baamboozle), für die die SuS keinen eigenen Account benötigen, haben wir schon mehrfach und mit großem Spaß im Unterricht angewandt. Am Gesundheitstag haben wir z.B. die 10er sportive Aufgaben über „Goosechase“ lösen lassen, was ihnen viel Freude bereitet hat.
Zur breiteren Anwendung in der Schule stellen wir den Kolleg:innen sehr gerne unseren Reisebericht wie auch das Padlet zur Orientierung zur Verfügung, zumal die meisten Apps intuitiv angewandt werden können. Zu Nearpod und Socrative wären vertiefende Studien gewinnbringend.
[1] https://digitale-schule.net/apps/flipgrid
[2] https://www.uni-ulm.de/einrichtungen/e-learning/services/lehrentwicklung/apps-web-mehr/apps-rund-um-das-hochschulleben/app-tipp-socrative/#:~:text=Mit%20Socrative%20können%20Lehrende%20Quizzes,Version%20für%20Studierende%20%2D%20Socrative%20Student.
Vom 18.-23. Juli fand die Fortbildung “The 4Cs - Creativity, Critical Thinking, Communication and Collaboration in Schools” in Amsterdam statt. Die Gruppe bestand aus 15 Lehrkäften aus den Ländern Ungarn, Kroatien, Slovenien und Spanien, wobei die spanischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer die größte Gruppe mit sieben Lehrkäften aus Teneriffa bildeten.
Während der Woche lernten wir die sogenannten "4Cs" kennen und verschafften uns dank der sehr motivierten Kursleitung der Europass Academy einen Überblick über dieses Modell anhand von unterschiedlichen Methoden, Videos und Gruppenarbeiten. Das 4C-/4K-Modell formuliert vier Kompetenzen, die für Lernende im 21. Jh. von zentraler Bedeutung sind: Communication/Kommunkation, Collaboration/Kollaboration, Creativity/Kreativität und Critical Thinking/Kritisches Denken.
Während der gesamten Fortbildung stand der rege geführte und von allen Seiten als äußerst gewinnbringend wahrgenommene Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zentral. Die intensiven Gespräche in den Arbeitsgruppen zeigten schnell, dass fast unabhängig von Schulform und Alter der Schülerinnen und Schüler die Erfahrungen im (digitalen) Schulalltag häufig dieselben sind. Unter Anleitung von Kurslehrerin Nastajja Canello lernten wir unterschiedlichste Methoden und Arbeitstechniken kennen, um die "4Cs" im Schullalltag zu integrieren. Pro Tag wurden zusätzlich die Schulen aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer von diesen selbst vorgestellt. Mit Präsentationen, Videos und Fotos gestaltet, war auch dieser Tagespunkt jeweils sehr aufschlussreich und führte zu neuen Einsichten. Das Burg-Gymnasium wurde von meiner Seite durch den Schulfilm präsentiert, der auf reges Interesse stieß und sehr positive Rückmeldungen hervorrief.
Während der Fortbildungswoche wurde pro Tag bzw. teilweise auch für zwei Tage eine der vier Kompetenzen zentral gestellt, wobei die Kompetenz „Creativity“ die gesamte Fortbildung wie ein roter Faden durchzog, da meist kreative Arbeitsformen gewählt wurden, um die Inhalte zu erarbeiten. Am ersten und zweiten Tag war dies die Kompetenz "Communication". Hier standen Aspekte wie Digitalisierung, lebenslanges Lernen, projektorientiertes Lernen, soziale Kompetenzen oder der Übergang vom lehrerzentrierten Unterricht zum schülerzentrierten Lernen zentral. In der Frage, wie man schülergerecht und nachhaltig kommuniziert, lernten wir die Positive Psychologie, Möglichkeiten des Unterrichtens unter Einbeziehung konstruktivistischer Prinzipien, das "Growth vs. Fixed mindset" (https://www.youtube.com/watch?v=KUWn_TJTrnU) sowie das sogenannte "Learning pit" (siehe beigefügtes Foto) kennen. Generell drehten sich die Gespräche und Arbeitsphasen um die Frage, wie man im Schulalltag eine Weiterentwicklung des Lernens erreichen kann, die positive Verstärkungen, eine angstfreie Lernumgebung und wertschätzende sowie anerkennende Kommunikation zentral stellt. In der Folge wurden verschiedene Feedbackmethoden vorgestellt und ausprobiert, wie z.b. die "Four part formula for giving great feedback", "The ladder of feedback" oder das "Oscar model" und lernten wir unterschiedlichste Methoden kennen, um das "Growth mindset" zu fördern.
Tag drei war der "Collaboration" und damit unter anderem der Präsentation kollaborativer Arbeitsformen gewidmet. Ziel des kollaborativen Arbeitens ist eine intensive Zusammenarbeit, die teilweise gleichzeitig an einem Projekt erfolgt und eine ausgeprägte Kommunikation nötig macht. Dies soll die Zusammenarbeit im ganzen Team verbessern und eine hohe Aktivierung der Schülerinnen und Schüler im Unterricht ermöglichen.
An den letzen beiden Fortbildungstagen wurde das Thema "Critical thinking" besprochen. Hierbei handelt es sich um die Kompetenz, Informationen nicht als selbstverständlich hinzunehmen und diese in Frage zu stellen. Die Problematik, wie Lernende durch den Unterricht in der Schule in die Lage versetzt werden und Stategien entwickeln können, Informationen zu analysieren, zu filtern und Falschinformationen zu erkennen, wurde rege diskutiert. In Zeiten von Fake News, die mittlerweile nicht mehr nur Texte und Bilder, sondern auch Videos betreffen, erhält diese Kompetenz sehr deutlich eine überaus wichtige Funktion. Die "Six Thinking Hats", die nach der Erläuterung in kleinen selbst gemachten Stop-Motion-Videos von dem in Arbeitsgruppen aufgeteilten Kurs veranschaulicht wurden, oder das Prinzip des "Artful thinking" waren Teil des Kursunterrichts. Das "Artful thinking" beschreibt dabei die Fähigkeit, genau hinzuschauen und zu analysieren: Kunstwerke sind komplex, vielschichtig und ermöglichen viele Blickwinkel, sie sind nur durch genaues Hinsehen und Nachdenken zu verstehen - dies entspricht der Art und Weise, wie wir leben und wie die Welt um uns herum strukturiert ist. Durch die drei Schritte "Beobachten und Beschreiben", "Interpretieren: Versuchen, einen Sinn zu finden" sowie "Hinterfragen und Untersuchen: Welche Situation/Dinge stecken hinter dem Bild/der Information?" wird kritisches Denken gefördert. Abschließend wurden noch Modelle wie das "Problem based learning (PBL)" sowie das sogenannte "Blended learning" vorgestellt und diskutiert.
Wie man vermutlich am Bericht erkennen kann, war der Kurs " The 4Cs: Creativity, Critical Thinking, Communication and Collaboration in Schools" sehr inhaltsreich, aber eben auch sehr spannend! Es gab viele Ideen und Anregungen, die im gemeinsamen Austausch noch vertieft werden konnten. Die Woche in Amsterdam hat neue Impulse geliefert und zu einem vertieften Verständnis der vier Bereiche bzw. Kompetenzen geführt. Die produktiven Gespräche und eine überaus sympathische Fortbildungsgruppe haben diese Woche in Amsterdam zu einer ganz besonderen gemacht. Aus den Kontakten, die dort entstanden sind, ist bereits (Stand November '22) eine Anfrage zum "Job Shadowing" entstanden, zwei Kolleginnen würden sehr gerne bei uns am BGB hospitieren und den Unterricht eine Woche lang begleiten. Zudem wurde von weiteren Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern (auf Gegenseitigkeit beruhendes) Interesse an eTwinnig-Projekten bekundet, so dass auch hier Kontakte und Möglichkeiten entstanden sind, auf die sich in Zukunft zurückgreifen lässt. Summa summarum war dies eine lohnenswerte und sehr schöne Woche, so dass ich die Teilnahme an einer europäischen Erwamus+-Fortbildung nur empfehlen kann.