Burg-Gymnasium
Bad Bentheim

Krönende Abschiede nach einem „gekrönten“ Schuljahr

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Zum Ende des Corona-Schuljahres 2019/20 nahmen drei langgediente Kollegen Abschied vom Burg-Gymnasium. Am Abend des vorletzten Schultags, dem 14. Juli, überreichte Schulleiterin Johanna Schute die Urkunde über die Versetzung in den Ruhestand an Hermann Schulze-Berndt, Hartmut Meyer und Helmut Wild.

Die längste Dienstzeit am Burg-Gymnasium mit 35 Jahren erreichte Hermann Schulze-Berndt. Er kannte die Lehr- und Erziehungsstätte schon als Schüler, studierte dann in Münster die Fächer Latein und katholische Religionslehre, absolvierte das Referendariat in Osnabrück und kehrte 1985 an „seine“ alte Schule zurück, zunächst als angestellter Lehrer, später erhielt er eine Beamtenstelle. Zum Oberstudienrat wurde er 2005 befördert, betraut mit der Fachobschaft Latein und mit Öffentlichkeitsarbeit.  

Publizist und Cineast

In ihrer Würdigung hob die Schulleiterin das breite Engagement Schulze-Berndts hervor. Er entfaltete eine rege publizistische Tätigkeit, die viele Genres umfasste: Fabeln, Gedichte, Radioandachten, Liedtexte, selbst die Großform Roman bewältigte er. So verwundert es nicht, dass es einen eigenen Wikipedia-Eintrag über ihn gibt. Er beteiligte sich an der bischöflichen Ökumene-Kommission und brachte sich als Stadtrat und CDU-Mitglied insbesondere im Jugendhilfeausschuss ein. Für den Ruhestand, der der Gesundheit dienlich sein möge, wünschte die Direktorin dem „Ur-Bentheimer“ die Muße, seine kirchlichen und politischen Aktivitäten weiter zu verfolgen.

Sabine Engelbertz, Fachobfrau für Religion, bedauerte, dass das Singen als „gefährlichstes Hobby“ derzeit unterbleiben müsse, zumal ihr pensionierter Kollege auch seinen Geburtstag feierte. Sie bemerkte, dass Schulze-Berndt für sie „schon immer da“ gewesen sei und jetzt eine Lücke hinterlasse.

Die Latein-Kollegin Anne Möllers attestierte dem Altphilologen, dass er das Blut eines Dichters habe. Sabrina Aink, demselben Fach zugehörig, zeigte sich dem Filmfreund gegenüber dankbar, dass er sein Privatarchiv bereitwillig zur Verfügung gestellt habe. Ihr Kollege Timo Gruber zitierte schließlich zwei Titel des scheidenden Autors als Wünsche: „Gute Träume haben Flügel“ und „Neuen Aufbruch wagen“.

Gewissermaßen als Überleitung zum nächsten Pensionär spielte die Band des Kollegiums „Music was my first Love“ und „School’s out forever“ – gewohnt betont und rockig.

Multiinstrumentalist und Freestyler

Schulleiterin Schute leitete ihre Verabschiedungsrede für Hartmut Meyer mit einem anderen Songtitel ein: „Should I stay or should I go?“ sei das „Drama“ gewesen, das es ein Jahr gegeben habe. Selbst nach Einsetzen der Corona-Phase habe Meyer, obwohl er daheim bleiben sollte, wieder und wieder angeboten, in der Schule zu unterrichten, so stark sei sein Drang ans BGB gewesen. Seine Karriere an der Schule startete vor 32 Jahren, anno 1988 als angestellte Aushilfskraft mit reduzierter Stundenzahl. Mit dem Alleinstellungsmerkmal als „Kunsterzieher“ und betraut mit den Oberstufenkursen gelang es dem damaligen Direktor schon 1989, Meyer eine Planstelle als Beamter zu verschaffen, doch zunächst wiederum mit reduziertem Deputat. Im Jahr 1999 wurde Meyer zum Oberstudienrat befördert, und zwar als Fachobmann für Musik. In diesem Fach war er auch schon vorher als Didaktiker nebenamtlich an der Universität Osnabrück tätig. Die Schulleiterin lobte, dass Meyer dem Burg-Gymnasium mit „unzähligen Produktionen“ – ob im Musical, im Orchesterkonzert oder beim Theater – „einen Stempel aufgedrückt“ habe und mit musikalischer Leidenschaft Generationen von Schülerinnen und Schülern verzückt und zur Mitarbeit animiert habe, wozu er für sie passgenaue Stücke arrangiert habe – gerne am Sonntagmorgen. Sie hob hervor, dass Meyer stets aushalf, dass er dankbar und zufrieden für die tägliche Arbeit gewesen sei. Seine Schülernähe sei immer wieder beim Mittagstisch in der Mensa deutlich geworden, wenn Fünftklässler ihn gefragt hätten: „Du, Herr Meyer, hast du mal einen Euro?“ Mit Engelsgeduld und steter Freundlichkeit sei er Kindern, Jugendlichen, Kolleginnen und Kollegen begegnet. Nur ungern lasse sie ihn ziehen, so die Direktorin, und wünschte Hartmut Meyer alles Gute.

Mit einem Gedicht verabschiedeten Kirsten Sicking und Thomas Füser, die auch Teil der Lehrer-Band waren, Meyer ebenfalls. Füser tröstete sich, dass er weiter mit dem Freund musizieren werde. Sicking schwärmte von der Wärme und den Komplimenten, die nun fehlen würden, doch immerhin hinterlasse er der Schule seinen BGB-Song. Sie rühmte Meyer als Multiinstrumentalisten auf der Bühne und charakterisierte ihn als „Freestyler“ im Unterricht. Angesichts der Lobesfülle warf der Gepriesene ironisch ein, man möge doch den Faktencheck durchführen.

Nichtsdestoweniger konstatierte seine Musikkollegin Tomke Boomgarden unbeirrt, Meyer sei der Mann für alle Fälle gewesen, der in Arbeitsgemeinschaften bewiesen habe, dass er alles könne, der für Schülernähe und technische Visionen eingetreten sei, der Talente entdeckt habe und große Spuren hinterlasse. Als Geschenk übergab sie eine „Goldene Schallplatte“. Seine Kunstkollegin Janett Jaschke erfreute sich an Meyers guter Laune, seiner Besonnenheit und Herzlichkeit. Sie überreichte dem Beatles-Fan ebenfalls eine Platte, allerdings ohne goldenen Glitzer, dafür mit einem Foto der Kunstkolleginnen.

Rechner und Planer

Der dritte Pensionär, Helmut Wild, brachte es auf über 40 Dienstjahre. Sie begannen 1981 am Johanneum in Lingen, wo er die begehrten Fächer Mathematik, Physik und Informatik unterrichtete, wie Johanna Schute berichtete. 1985 wurde er als Mitglied in die Informatik-Kommission des Kultusministeriums berufen, die sich „Neuen Technologien in der Schule“ widmete. Etwas später brachte Wild die neuartigen Techniken auch Deutsch-Fachleitern bei, weswegen er weite Teile Niedersachsens zu bereisen hatte. 1993 wurde Wild zum Oberstudienrat befördert, er hatte die „Sammlungsleitung Informatik“ inne, was hieß, dass er kaputte Rechner reparierte. 1995 kam Wild ans Burg-Gymnasium, wo er den Dienstposten eines Studiendirektors, übernahm und für die Erstellung des Stundenplans zuständig war. Schute bekannte, sie habe Wild erst etliche Jahre später kennen gelernt – als „liebenswerten, ewig tüftelnden Stunden- und Vertretungsplaner, der hinter zwei riesigen Bildschirmen versteckt“ gesessen und „gedanklich geniale Rechenoperationen durchgeführt“ habe. Zweifellos förderlich war dafür seine „stille Leidenschaft“ für Schach. Mit der Schach-AG habe Wild Schülerinnen und Schüler zur Höchstform gebracht und in Schulschachwettbewerben mit ihnen Pokale abgeräumt, darunter unter anderem ein niedersächsischer Landessieg 2007. Im selben Jahr und 2008 war die ‚wilde‘ Schachtruppe auch beim internationalen Schulschachturnier am Istanbul Lisesi (Lyzeum, Gymnasium) dabei. Dem „Ruhepol“ in der Schulleitungsrunde wünschte Schute alles Gute für den eigentlichen Ruhestand, egal ob er im Niedersachsen seines Berufslebens bleibe oder ins heimatliche Rheinland-Pfalz zurückkehre.

Wilds Kollege Axel Schönfeld, der mit ihm die Fächer Mathematik und Physik teilt, begann seine Rede mit einem entlegenen Vergleich. Er verknüpfte den scheidenden Stundenplaner unbekümmert mit dem Schauspieler Gustav Knuth, der „schon zu UFA-Zeiten ein Star“ und „nach dem Krieg“ als „Sisis“ Vater im Kino zu sehen gewesen sei. Die bass erstaunten Zuhörer hatten augenscheinlich Schwarzweiß-Geflimmer und Technicolor-Griesel im Kopf und waren durch UFA und Sisi verwirrt. Sogleich warf Schönfeld die Frage auf, was dieser mit jenem Mann zu tun habe, und antwortete trocken: Es gebe keine Verbindung, zumindest fast keine, außer den Titel der Autobiographie Knuths – „Mit einem Lächeln im Knopfloch“, der auch zu Wild passen würde. Dann umriss Schönfeld die Tätigkeit Wilds: Einerseits sei er der freundlich lächelnde Stundenplaner gewesen, der Verlegungswünsche der Kollegen erfüllt und die dazu nötigen Planungsschritte kompliziert wie die Sizilianische Verteidigung im Schach den ungläubig Staunenden erklärt habe – Motto: „Unmögliches erledigen wir sofort – Wunder dauern etwas länger“. Andererseits sei Wild der freundlich, vielleicht auch sardonisch lächelnde Vertretungsplaner gewesen, dessen Auftauchen im Lehrerzimmer für geschäftige Betriebsamkeit gesorgt habe – in der Hoffnung, der drohenden Vertretungsstunde in einer anstrengenden Klasse zu entfliehen. Insgesamt sei es Wild auf gerechte Weise gelungen, alle Löcher im Stundenplan zu füllen, was keineswegs selbstverständlich in Schulen sei und was zu Verlässlichkeit für Schüler und Eltern geführt habe. Zum Schluss spekulierte Schönfeld, wie Wilds Erinnerungen betitelt sein könnten: „Mit einem Lächeln im Knopfloch“, „Mit einem Rotstift in der Brusttasche“, „Mit dem Stundenplan auf du und du“ – oder einfach „Mit dem Herzen am BGB“?

Stephan Klein, Mitglied der Lehrer-Band und Fachobmann für Mathematik, stellte sich eine Umzugskiste auf den Tisch und kramte etliche Bücher hervor, angeblich allesamt Werke aus Wilds schachbeflissener Feder: beispielsweise das Lehrwerk „Eröffnungen – Der wilde Zug“ oder „Black and White“, mutmaßlich ein Einrichtungsratgeber für Liebhaber karierter Farblosigkeit. Tatsächlich waren es Wilds unnütz gewordene Bücher an der Schule, die Klein mit neuen Titeln versah, um den verdienten Kollegen zum Schmunzeln oder Lachen zu bringen, was augenscheinlich gelang. 

Weitere Abschiede

Neben den drei Pensionären verabschiedete Johanna Schute auch Johannes Kues, Deutsch- und Sportlehrer, der nach fünf Jahren am BGB mit seiner Familie ins Rheinland zieht und an der Gesamtschule Brühl unterrichten wird. Die Oberstudiendirektorin bezeichnet ihn als gewissenhaft, fleißig und loyal, trotz mehrfacher Abordnungen habe er sich nie beklagt, sie habe ihn gerne an der Schule gehabt – und hätte ihn, wie das Kollegium auch, zweifellos gerne weiterhin in Bentheim gehabt. Kirsten Sicking, Fachobfrau für Deutsch, sah das ähnlich. Sie lobte die ruhige und sympathische Art des Emsländers, der ob seines tapferen Einsatzes bei einer Klassenfahrt die „goldene Chillkröte“ verdient hätte, womit die fabelhaften Eigenschaften dieses Tieres gemeint gewesen sein dürften, das die Kraft der Ruhe,  Bodenständigkeit und Harmonie verkörpert. Kurz: Kues’ Tätigkeit am BGB war ein unbestrittener Gewinn in den letzten fünf Jahren, sein Wechsel ist ein Verlust für die Schule. Rüdiger Pretzlaff, Fachobmann für Sport, hob Kues’ Engagement für den Fußball an der Schule hervor und witzelte, die Sehnsucht nach dem 1. FC Köln, der auch Pretzlaffs Lieblingsverein sei, habe seinen Kollegen zum Wechsel bewogen.

Am selben Abend wurde auch Matthias Heming verabschiedet, der das Referendariat in den Fächern Mathematik und Physik am BGB abgeschlossen hat und nach den Sommerferien an der katholischen Ursulaschule in Osnabrück den Dienst aufnehmen wird. Nicht anwesend war Karoline Staab, die ihr Referendariat mit den Fächern Deutsch und Englisch ebenfalls am BGB beendete und künftig am katholischen Marianum in Meppen wirken wird. Zugegen indes war Carolin Porepp, deren Freiwilliges Soziales Jahr an der Schule zu Ende ging. Noel Hüwe, der derzeitige Ganztagskoordinator und künftige Stundenplaner, hob hervor, dass sie es etwa in der Hausaufgabenbetreuung geschafft habe – im Unterschied zu manch gestandenem Lehrer –, ganz spezielle Schülercharaktere anzusprechen und mitzunehmen. Für ihr Lehramtsstudium wünschte er ihr alles Gute.

So endet ein – umständehalber – schwieriges Schuljahr für Schüler, Lehrer, Eltern, das – weil es heutzutage keine „Probleme“ mehr gibt – viele „Herausforderungen“ mit sich brachte. Möge das nächste einladender verlaufen.

Text: Detlev Humann
Bilder: ENG, HUM, N.N.

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