Nachdem den Lernenden der Jahrgangsstufe 11 bereits am 20. Juni eine historische Einführung in das Thema zuteil geworden war, folgte am nächsten Tag für den Kunstkurs des Jahrgangs ein Vortrag mit kunsthistorischem Schwerpunkt durch Herrn Helmut Schönrock. Die Schülerinnen und Schüler erhielten im Sandsteinmuseum unter anderem Einblicke in die Problematik der Rekonstruktion des Portals, da die Fundsteine nicht mit der Planungszeichnung übereinstimmten, was Herrn Schönrock dazu bewegte, dies näher zu erforschen. Dabei wurden er und sein Team auf die minutiöse Konstruktionsplanung aufmerksam, die insbesondere auf dem Goldenen Schnitt sowie auf der Goldenen Spirale basiert.
Sehr anschaulich wurde den Lernenden der Zweck dieser ausgeklügelten Planung erläutert: Beim Batavia-Portal handelt es sich um eine Art „Bausatz“, dessen Steine aus Gildehauser Sandstein in Amsterdam verarbeitet worden waren, um dann schließlich einmal um die Welt zu reisen und in Batavia, dem heutigen Jakarta, Indonesien als Teil einer Festungsmauer vor Ort aufgebaut werden zu können.
Ebenso spannend gestaltete sich auch die Entschlüsselung des Ornaments, das sich auf dem Schlusstein des Bogens befindet, denn lange Zeit war unklar, was genau hier zu sehen ist. Heute wird jedoch angenommen, dass es sich um einen Löwenkopf handelt, was sich zum einen vom Wappen der Batavischen Republik, den heutigen Niederlanden, und zum anderen vom Wappen der VOC (Vereenigde Oostindische Compagnie) sowie der Galionsfigur der Batavia ableiten lässt, welche 1629 vor Australien sank.
In der darauffolgenden Woche sollte der theoretische Zugang durch eine künstlerische Praxis ergänzt werden, was sich jedoch aufgrund des regnerischen Wetters schwierig gestaltete. Daher unternahm der Kunstkurs an diesem Tag lediglich eine kurze Exkursion zum Batavia-Portal im nahe gelegenen Schlosspark, um sich ein Bild von der Größe, Farbe und Textur des Bauwerks zu machen. Für die weitere, praktische Arbeit wurden Fotografien des noch nicht in Gänze vollendeten Portals angefertigt, die als Vorlage für zeichnerische Entwürfe im Kunstraum dienten.
Text: JSK